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Windprojekt Eiglwald: gemeinsame Potentialprüfung der Landkreise Mühldorf a. Inn und Traunstein

Für einen Fortbestand der erfolgreichen Wirtschaftsregionen Mühldorf a. Inn und Traunstein ist eine bezahlbare, planbare und zukunftsfähige Energieversorgung essentiell. Im Zuge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine in 2022 explodierten die Energiekosten. Trotz Energiepreisbremse sind viele Betriebe weiterhin finanziell sehr stark belastet, problematisch ist die Situation im Gebiet des Südostbayerischen Chemiedreiecks. Abhilfe soll das Windprojekt Eiglwald schaffen.

Die beiden Landkreise begleiten den Ausbau erneuerbarer Energien intensiv und haben in den letzten Jahren viel in deren Nutzung und Energieeffizienz bei eigenen Gebäuden investiert. Seit Dezember 2022 können Landkreise in Bayern grundsätzlich im Bereich erneuerbarer Energien und der Sicherung der Energieversorgung über ihren eigenen Verbrauch hinaus tätig werden.

Der Landkreis Traunstein hat unter anderem die Chiemgau GmbH beauftragt, eine Studie zur Ermittlung der Potentiale erneuerbarer Energien durchzuführen. Der Teilbereich Windkraft wurde vom TÜV Süd erarbeitet. In der Priorisierungsliste der einzelnen Windvorranggebiete ist das Windvorranggebiet 19 – Eiglwald als großes zusammenhängendes Areal eines der geeignetsten Gebiete in unserer Region. Das durch die Regionalplanung der Region 18 ausgewiesene Vorranggebiet liegt sowohl im Landkreis Mühldorf a. Inn als auch im Landkreis Traunstein.

Kommunale Energieprojekte im Einklang mit der Natur

Um dieses Projekt voranzubringen und zugleich nicht nur internationale und überregionale Investoren zum Zuge kommen zu lassen, ist es sinnvoll, kommunale Energieprojekte mit Beteiligung der öffentlichen Träger zu realisieren. Dazu arbeiten die Landkreise Mühldorf a. Inn und Traunstein in Kooperation mit den Standortgemeinden Oberneukirchen und Engelsberg sehr eng zusammen. 

Außerdem führten die projektverantwortlichen Stellen bereits mehrere Gespräche mit sämtlichen Interessengruppen wie dem Bund Naturschutz, dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz e.V., der Waldbesitzervereinigung und dem Forstamt. Da der Eiglwald als reiner Wirtschaftswald bereits eine Reihe von Schadstellen durch Käferbefall und Windbruch aufweist und die Wegeerschließung voraussichtlich gut nutzbar sein wird, zeigten die Gespräche keine generellen Ausschlussgründe, die gegen die Planung möglicher Windkraftanlagen sprechen. 

Landkreise prüfen Gründung einer Betreibergesellschaft

Den Gemeinderäten aus Oberneukirchen und Engelsberg wurde das Projekt Windkraft Eiglwald von einem externen Fachreferenten vorgestellt und mögliche weitere Planungsschritte erläutert. Darauffolgend fanden auf Einladung beider Landkreise und den Gemeinden Infoveranstaltungen mit den Flächeneigentümern des Windvorranggebiets 19, sowie mit den direkten Anwohnern um den Eiglwald statt.

Neben der aktuellen Planungssituation für Windräder wurde in den Veranstaltungen schwerpunktmäßig das geplante Flächenpoolingmodell präsentiert. Damit sollen alle Flächenbesitzer und Anwohner an den Pachterlösen beteiligt werden. 

Derzeit laufen die naturschutzfachlichen Untersuchungen und die Überprüfung der tatsächlichen Windhöffigkeit.

Damit die Wertschöpfung in der Region bleiben kann, soll die Chiemgau GmbH mit Unterstützung der Landkreise Mühldorf a. Inn und Traunstein mit der Projektentwicklung starten. Bei Realisierung wird die Gründung einer Betreibergesellschaft mit Beteiligung beider Landkreise und beider Standortgemeinden geprüft. 

Bild: © Sander Weeteling

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