Die Woche in der Region: Neue Wege auf der Schiene, große Zukunftsfragen und viel Bewegung in den Kommunen

28. September bis 3. Oktober 2026

Was diese Woche wichtig war:

Die Region blickt auf eine Woche zurück, in der mehrere Zukunftsthemen gleichzeitig konkreter wurden. Auf der Bahnstrecke zwischen Mühldorf und Burghausen beginnt mit den geplanten Wasserstoffzügen ein neues Kapitel. Im Landkreis Altötting bleibt dagegen die PFAS-Belastung ein beherrschendes Thema – mit inzwischen auch internationaler Aufmerksamkeit.

Gleichzeitig geht es in den Kommunen um viel Geld und um die Frage, wie sich Städte und Gemeinden für die kommenden Jahre aufstellen. In Wasserburg wird deshalb bei Großprojekten künftig genauer auf die Kosten geschaut. Und auf der B12 zwischen Marktl und Kirchdorf sollen nach zahlreichen schweren Unfällen neue Geschwindigkeits- und Überholregeln für mehr Sicherheit sorgen.

Landkreis Mühldorf

Wasserstoffzüge werden zum regionalen Gemeinschaftsprojekt

Die drei neuen Wasserstoffzüge für die Strecke Mühldorf–Burghausen rücken näher. Ab Dezember sollen die Züge im regulären Betrieb eingesetzt werden – ein bayernweit besonderes Projekt. In dieser Woche warben Mühldorf, Altötting und Burghausen zugleich um die Möglichkeit, einen der Züge als Botschafter der eigenen Stadt zu benennen.

Damit verbindet sich eine konkrete Verbesserung des Regionalverkehrs mit einem Symbol für den Strukturwandel in der Region. Gleichzeitig bleibt die Erwartung an die Bahn hoch: Entscheidend wird sein, ob die neue Technik im Alltag zuverlässig funktioniert.

144 junge Menschen für Spitzenleistungen ausgezeichnet

Der Landkreis hat 144 Absolventinnen und Absolventen mit besonders guten Abschlüssen geehrt. Die ausgezeichneten jungen Menschen erreichten Noten zwischen 1,0 und 1,5. Die Ehrung macht zugleich deutlich, wie wichtig gut ausgebildete Fachkräfte für die weitere Entwicklung der Region sind.

Ein neuer Erinnerungsort im Mühldorfer Hart

In Ampfing wurde der Weg für die Gestaltung des historischen Bunkerbogens im Mühldorfer Hart frei gemacht. Der erhaltene Teil der ehemaligen Rüstungsanlage soll als weiterer Gedenkort erschlossen und für Besucher sicher zugänglich gemacht werden.

Damit wird die Erinnerung an die Zwangsarbeit und die Opfer des nationalsozialistischen Rüstungsprojekts im Mühldorfer Hart weiter sichtbar.

Seelische Gesundheit bleibt eine regionale Aufgabe

25 Jahre Hilfe für Menschen mit psychischen Erkrankungen waren Anlass, im Rahmen der Woche der seelischen Gesundheit auch auf die Entwicklung der Angebote im Raum Mühldorf zu blicken. Gleichzeitig wächst der finanzielle Druck auf soziale Einrichtungen. Das Thema zeigt damit eine Seite der regionalen Gesundheitsversorgung, die häufig weniger sichtbar ist als Krankenhäuser und Rettungsdienste.

Landkreis Altötting

PFAS erreicht die internationale politische Ebene

Die PFAS-Belastung im Landkreis ist längst mehr als ein regionales Umweltproblem. Ein UN-Sonderberichterstatter hat die Auswirkungen der sogenannten Ewigkeitschemikalien aufgegriffen und den Zusammenhang mit Menschenrechten thematisiert.

Für den Landkreis bekommt die Debatte damit eine neue Dimension. Während vor Ort weiterhin über belastete Böden, Trinkwasser, Daten und mögliche Entschädigungen gestritten wird, rückt das Thema zunehmend auch auf die internationale politische Bühne.

Neue Technologie für den Chemiepark Gendorf

Gleichzeitig gibt es positive Nachrichten aus dem Chemie-Standort: Das Start-up Furanova will seine Pilotanlage in den Chemiepark Gendorf verlagern. Das Unternehmen entwickelt biobasierte Grundstoffe für Kunststoffe und will dabei auch grünen Wasserstoff erzeugen.

Die Pilotanlage soll 2027 in Betrieb gehen. Langfristig könnten in Gendorf 60 bis 80 Arbeitsplätze entstehen. Damit zeigt sich neben den PFAS-Problemen auch die andere Seite des Chemiedreiecks: der Versuch, neue, nachhaltigere Technologien und Arbeitsplätze am Standort zu entwickeln.

B12 soll nach schweren Unfällen sicherer werden

Auf der B12 zwischen Marktl und Kirchdorf soll künftig Tempo 80 gelten. Zusätzlich ist ein durchgehendes Überholverbot vorgesehen. Hintergrund sind mehrere schwere Unfälle auf dem Abschnitt zwischen dem Ende der A94 und dem Grenzübergang bei Kirchdorf.

Die Maßnahmen sind das Ergebnis eines Runden Tisches der beteiligten Behörden und sollen die Unfallgefahr auf dem viel befahrenen Abschnitt reduzieren.

Region Wasserburg

Großprojekte werden künftig strenger kontrolliert

Wasserburg zieht Konsequenzen aus den hohen Investitionen, die unter anderem mit dem neuen Feuerwehrhaus verbunden sind. Bei künftigen Großprojekten soll es eine monatliche Kostenkontrolle und regelmäßige Berichte geben.

Gerade beim Feuerwehrhaus ist die Dimension erheblich: Einschließlich des Grundstücks liegt das Projekt bei knapp 20 Millionen Euro. Die neue Kontrollregelung soll verhindern, dass die Kosten während der Bauphase aus dem Ruder laufen.

Streit um die Wasserburger Innfront

Auch die geplante Aufstockung des Sparkassengebäudes beschäftigt die Stadt weiter. Bürger befürchten, dass der Bau die historische Ansicht der Innfront zusätzlich beeinträchtigen könnte. Damit prallen zwei Interessen aufeinander: Die notwendige Modernisierung eines in die Jahre gekommenen Gebäudes und der Schutz des charakteristischen Stadtbildes.

Parken bleibt ein Dauerproblem in der Altstadt

Die Diskussion über Parkplätze und Strafzettel zeigt, wie schwierig der Umgang mit dem begrenzten Raum in der Wasserburger Altstadt bleibt. Anwohner, Gewerbetreibende und Besucher haben unterschiedliche Interessen – und die Suche nach einer Lösung bleibt entsprechend kompliziert.

Herbstfest sorgt für volle Plätze

Im Umland bestimmte unterdessen das Haager Herbstfest das Geschehen. Die Besucherzahlen entwickelten sich so gut, dass bereits in der Wochenmitte ein neuer Besucherrekord möglich erschien. Nach den großen Volksfesten in Mühldorf und Altötting setzt damit auch der Herbst im Wasserburger Land einen deutlichen gesellschaftlichen Akzent.

Quellen: Mühldorfer Anzeiger und Wasserburger Zeitung (OVB-Heimatzeitungen), Alt-Neuöttinger Anzeiger (PNP) und eigene Recherchen; Beitragsbild: Mettenheim „Weingut I“, © inn-sider.de

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