Was diese Woche wichtig war, 21 bis 26. September 2026:
Die Region beschäftigt sich zunehmend mit Fragen, die weit über einzelne Kommunen hinausreichen. Besonders deutlich wird das an der PFAS-Problematik: Burghausen will entstandene Kosten gerichtlich geltend machen und sieht zugleich langfristige Nachteile für die weitere Entwicklung des Standorts. Auch beim Wohnen und Bauen zeigt sich, wie schwierig die Suche nach bezahlbaren und zugleich finanzierbaren Lösungen geworden ist.
Daneben wurden in Mühldorf wichtige Infrastruktur- und Sicherheitsthemen diskutiert. In Wasserburg und im Umland ging es vor allem um kommunale Projekte, die Entwicklung der Ortszentren und das soziale Miteinander.
Landkreis Mühldorf
Eigenheim-Bau unter Druck
Eine aktuelle Untersuchung macht deutlich, wie stark die Flaute beim Eigenheimbau inzwischen auch die regionale Wirtschaft trifft. Im Landkreis entstehen deutlich weniger Ein- und Zweifamilienhäuser als noch vor einigen Jahren. Das trifft neben Wohnungssuchenden auch Handwerk und Bauwirtschaft. Die Diskussion um Wohnraum wird damit zunehmend zu einer Frage der gesamten regionalen Entwicklung.
Bahnhof Mühldorf soll sicherer werden
Am Bahnhof Mühldorf soll sich die Aufenthaltsqualität verbessern. Ab Oktober ist ein Alkoholverbot vorgesehen. Damit reagiert die Stadt auf wiederkehrende Probleme rund um den Bahnhof und setzt auf eine klarere Regelung für den öffentlichen Raum.
Neues Hallenbad rückt näher
Nach einer nahezu rekordverdächtigen Freibadsaison richtet sich der Blick bereits auf das neue Hallenbad. Die Planungen gehen in die nächste Phase. Damit steht ein für Mühldorf wichtiges Infrastrukturprojekt vor weiteren konkreten Schritten.
Feuerwehr blickt auf 155 Jahre zurück
Die Mühldorfer Feuerwehr hat ihr 155-jähriges Bestehen gefeiert. Hinter dem Jubiläum steht nicht nur eine lange Vereinsgeschichte: Rund 4000 Einsätze – von Hochwasser bis Fehlalarm – zeigen, wie vielfältig die Aufgaben der Feuerwehr inzwischen sind.
Landkreis Altötting
Burghausen verklagt Dyneon wegen PFAS-Folgen
Das wohl bedeutendste regionale Thema der Woche kommt aus Burghausen. Der Stadtrat hat beschlossen, gegen Dyneon wegen der Folgen der langjährigen PFOA-Belastung gerichtlich vorzugehen. Zunächst geht es um rund eine Million Euro bereits entstandener Kosten. Darüber hinaus will die Stadt Forderungen gegenüber 3M in Höhe von rund 80 bis 100 Millionen Euro anmelden.
Burghausen begründet das Vorgehen nicht nur mit bisherigen Ausgaben. Belastete Böden erschweren nach Darstellung der Stadt auch Bauvorhaben und können Investitionen am Standort verteuern oder verzögern. Damit bekommt die PFAS-Debatte eine neue rechtliche und wirtschaftliche Dimension.
Neue Betreiber für Burghauser Kitas
Bei mehreren Kindertagesstätten in Burghausen gibt es Veränderungen bei den Trägern. BRK und Caritas übernehmen weitere Einrichtungen. Gleichzeitig bleibt der städtische Zuschuss von 100 Euro monatlich pro Kind bestehen. Damit soll die Betreuung für Familien weiterhin finanziell unterstützt werden.
Wasserstoffzüge für die Strecke Mühldorf–Burghausen
Die Bahnverbindung zwischen Mühldorf und Burghausen bekommt eine weitere Zukunftsperspektive: Künftig sollen auf der Strecke drei Wasserstoffzüge eingesetzt werden. Die Kommunen entlang der Strecke können über eine Zugpatenschaft mitentscheiden. Das Projekt verbindet damit Verkehrsentwicklung und den Anspruch auf einen klimafreundlicheren Regionalverkehr.
Kommunale Themen rücken nach dem Sommer in den Vordergrund
Auch in anderen Gemeinden des Landkreises stehen konkrete Zukunftsfragen an. In Neuötting zeigt sich bei der Kinderbetreuung, dass die vorhandenen Kita-Plätze grundsätzlich ausreichen, während der Hort vollständig ausgelastet ist. In Altötting und Umgebung beschäftigen die Kommunen zudem Bau- und Planungsfragen.
Region Wasserburg
Reichertsheim plant Kinderhaus und neue Dorfmitte
In Reichertsheim hat Bürgermeister Martin Huber nach den ersten Monaten im Amt eine erste Bilanz gezogen. Zu den wichtigsten Aufgaben gehören der Ausbau des Kinderhauses, neue Baugebiete und die Entwicklung einer neuen Dorfmitte. Beim Kinderhaus wird derzeit nach einer kostengünstigeren Lösung gesucht.
Wasserburger Wunschbaum startet in die 17. Runde
Der Wasserburger Wunschbaumverein bereitet bereits die nächste Weihnachtsaktion vor. Seit 17 Jahren werden damit benachteiligte Kinder unterstützt. Die Ausgabe der Wunschzettel beginnt Ende Oktober. Der Verein blickt zugleich auf ein erfolgreiches Jahr zurück.
Schrottfahrzeuge sorgen weiter für Ärger
Ein seit Monaten an der B304 abgestellter Opel wird nun entfernt. Der Fall steht stellvertretend für ein wiederkehrendes Problem: Auch Fahrräder und andere herrenlose Fahrzeuge sorgen im Stadtgebiet immer wieder für Ärger.
Kommunen zwischen großen Projekten und knappen Kassen
Nach dem Sommer wird in vielen Gemeinden der Blick auf die kommenden Haushaltsjahre gerichtet. In Reichertsheim ebenso wie in Wasserburg geht es um die Frage, welche Projekte gleichzeitig finanziert und umgesetzt werden können. Kinderbetreuung, Feuerwehr, Wohnen und Ortsentwicklung gehören dabei zu den wiederkehrenden Themen.
Der Blick auf die kommende Woche:
Die PFAS-Problematik in Burghausen und im Chemiedreieck dürfte die Region weiter beschäftigen. Gleichzeitig werden Verkehr und Bahn immer wichtiger: Während die Wasserstoffzüge für die Strecke nach Burghausen eine Perspektive eröffnen, bleiben die aktuellen Probleme für Pendler auf anderen Strecken bestehen. Und in den Kommunen geht es zunehmend darum, welche Bau- und Infrastrukturprojekte angesichts knapper werdender finanzieller Spielräume tatsächlich umgesetzt werden können.
Quellen: Mühldorfer Anzeiger und Wasserburger Zeitung (OVB-Heimatzeitungen) sowie Alt-Neuöttinger Anzeiger (PNP) und eigene Recherchen. Beitragbild: © inn-sider.de