Bayern-Rückblick: Bahn, Glasfaser und Landwirtschaft – was die Woche für unsere Region bringt

Das Wichtigste in Kürze vom 21. bis 25. September 2026:

Bahn: Auf mehreren Strecken rund um Mühldorf gab es in dieser Woche wieder Bauarbeiten und Ersatzverkehr. Gleichzeitig ist eine konkrete Verbesserung angekündigt: Ab 28. September hält ein früher Regionalexpress zusätzlich in Dorfen.

Glasfaser: Die Gemeinde Egglkofen im Landkreis Mühldorf erhält knapp 829.000 Euro für den weiteren Gigabitausbau.

Landwirtschaft: Bei der Agrarministerkonferenz in Würzburg ging es unter anderem um Düngerecht, Tierhaltung, Wetterrisiken und die Zukunft der EU-Agrarförderung – Themen mit unmittelbarer Bedeutung für die landwirtschaftlich geprägten Räume Südostbayerns.

Autofahrer: Bundestag und Bundesrat haben eine befristete Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel beschlossen. Ab 1. Oktober soll der Sprit rechnerisch rund 17 Cent je Liter günstiger werden.

Bayern und Bahnpolitik: Der Freistaat will im Bundesrat verhindern, dass mehr Wettbewerb im Fernverkehr zulasten des Nahverkehrs oder der Anbindung mittelgroßer Städte geht.
Energie: Bayern kritisiert erneut die geringe Beteiligung des Freistaats an den bundesweiten Ausschreibungen für neue Windkraftanlagen.

Für unsere Region besonders interessant:

Bahn bleibt das große regionale Thema

Bei der Bahn war die vergangene Woche für Südostbayern erneut von Baustellen und Fahrplanänderungen geprägt. Auf der Strecke Mühldorf–Simbach entfielen vom 21. bis 28. September wegen Bauarbeiten sämtliche Züge; es wurde Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Auch auf der Verbindung Mühldorf–Rosenheim gab es bis 25. September zwischen Wasserburg und Rosenheim Zugausfälle mit Ersatzverkehr. Auf der Strecke Mühldorf–Traunstein mussten zudem in den Abend- und Nachtstunden einzelne Verbindungen ausfallen.

Gleichzeitig gibt es eine kleine, aber für Pendler interessante Verbesserung: Ab 28. September hält der RE 27002 morgens zusätzlich in Dorfen. Die SüdostBayernBahn will damit vor allem Frühpendlern nach München eine zusätzliche Verbindung anbieten. Der zusätzliche Halt ist zunächst Teil des aktuellen Interimsfahrplans.

Der größere Zusammenhang bleibt allerdings bestehen: Seit 14. September gilt auf der Strecke Mühldorf–München ein geänderter Fahrplan. Wegen Langsamfahrstellen und der derzeitigen Infrastruktur wurden die Fahrzeiten verlängert, um die Pünktlichkeit zu verbessern. Mehrere bisherige Verbindungen sind dafür entfallen.

Interessant ist deshalb auch eine Initiative der bayerischen Staatsregierung im Bundesrat. Verkehrsminister Christian Bernreiter fordert, dass zusätzlicher Wettbewerb im Fernverkehr nicht dazu führt, dass der Nahverkehr oder die Anbindung mittelgroßer Städte schlechter wird. Für eine Region wie Südostbayern ist dieser Grundsatz durchaus relevant: Gerade abseits der großen Fernverkehrsknoten hängt die Mobilität stark vom funktionierenden Nahverkehr ab.

Fast 829.000 Euro für Glasfaserausbau in Egglkofen

Eine konkrete Nachricht aus unserem Landkreis gab es beim Thema digitale Infrastruktur: Egglkofen erhält 828.996 Euro aus der bayerischen Kofinanzierungs-Gigabitrichtlinie 2.0.

Insgesamt wurden in dieser Runde mehr als 6,7 Millionen Euro an 21 Kommunen in Bayern vergeben. Der Freistaat erhöht mit seinem Förderprogramm die Bundesförderung für den Glasfaserausbau und senkt damit den Eigenanteil der Kommunen.

Für den ländlichen Raum ist das mehr als eine reine Infrastrukturmeldung. Schnelle Internetverbindungen sind inzwischen ein Standortfaktor für Unternehmen, Homeoffice, Schulen und öffentliche Verwaltung. Dass diesmal eine Gemeinde aus dem Landkreis Mühldorf zu den geförderten Kommunen gehört, macht die Nachricht für unsere Region besonders konkret.

Landwirtschaft: wichtige Weichenstellungen in Würzburg

Bei der Agrarministerkonferenz in Würzburg standen vergangene Woche mehrere Themen auf der Tagesordnung, die für die Landwirtschaft in unserer Region unmittelbar relevant sind.

Besonders wichtig ist das geplante Regionalisierungsmodell beim Düngerecht. Bund und Länder wollen damit die unterschiedlichen regionalen Voraussetzungen stärker berücksichtigen. Nach dem Modell könnten die Länder die bisherigen „roten Gebiete“ abschaffen; gleichzeitig sollen Gewässerschutz und eine verursachergerechtere Regulierung erhalten bleiben. Die nächsten Schritte müssen allerdings noch mit der Europäischen Kommission abgestimmt und anschließend rechtlich umgesetzt werden.

Auch die Tierhaltung war ein Schwerpunkt. Die Länder fordern unter anderem einfachere Genehmigungsverfahren für Stallneu- und -umbauten sowie eine langfristig verlässliche Finanzierung des Umbaus der Tierhaltung. Gerade für bäuerliche Betriebe bedeutet das: Viele der Beschlüsse sind zunächst politische Forderungen oder geplante Änderungen – konkrete Auswirkungen hängen von der weiteren Gesetzgebung ab.

Hinzu kommt ein Thema, das nach dem trockenen und teilweise extremen Sommer besonders aktuell ist: Bund und Länder wollen die Risikovorsorge landwirtschaftlicher Betriebe verbessern. Diskutiert werden unter anderem steuerliche Instrumente, Mehrgefahrenversicherungen sowie Anpassungen an Trockenheit und andere Wetterextreme.

Für die Landwirtschaft in Mühldorf, Altötting und dem angrenzenden Niederbayern dürfte deshalb weniger die politische Rhetorik interessant sein als die Frage, was von diesen Beschlüssen tatsächlich in den kommenden Monaten in Förderprogrammen und gesetzlichen Regelungen ankommt.

Außerdem wichtig in Bayern:

Tanken soll ab Oktober günstiger werden

Eine Entscheidung, die auch viele Menschen in unserer Region unmittelbar betrifft, fiel am Freitag im Bundesrat: Die befristete Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel wurde gebilligt. Dadurch soll der Preis an der Tankstelle rechnerisch um etwa 17 Cent je Liter sinken. Die Regelung soll vom 1. Oktober bis Jahresende gelten.

Gerade für Pendler in ländlichen Regionen ist das relevant, weil dort das Auto häufig schwerer durch andere Verkehrsmittel zu ersetzen ist. Allerdings handelt es sich um eine zeitlich begrenzte Entlastung und nicht um eine dauerhafte Änderung der Kraftstoffbesteuerung.

Bayern will mehr Windkraft im Süden

Bei der jüngsten Ausschreibung der Bundesnetzagentur für Windenergie an Land entfielen nur zwei Zuschläge mit insgesamt rund 39 Megawatt auf Bayern. Das entsprach etwa 1,6 Prozent des bundesweiten Zuschlagsvolumens. Von 15 bayerischen Geboten gingen 13 leer aus. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger fordert deshalb eine stärkere regionale Berücksichtigung Süddeutschlands.

Für Südostbayern ist das vor allem im Zusammenhang mit der Energieversorgung der Industrie interessant. Der Freistaat argumentiert, dass zusätzlicher erneuerbarer Strom möglichst auch dort erzeugt werden sollte, wo große industrielle Verbraucher sitzen. Das ist zunächst eine politische Forderung; über konkrete zusätzliche Windkraftprojekte in unserer Region sagt die Entscheidung noch nichts aus.

Wirtschaftliche Aussichten verbessern sich – vorerst auf dem Papier

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Wachstumsprognose für Deutschland für 2026 von zuvor 0,6 auf 1,3 Prozent angehoben. Das bayerische Wirtschaftsministerium begrüßte die Entwicklung, verwies aber zugleich darauf, dass sich bessere Prognosen erst noch in tatsächlichem Wachstum, Aufträgen und Investitionen bei den Unternehmen zeigen müssten.

Für die industrielle Region zwischen Mühldorf, Burghausen und dem Inn-Salzach-Raum ist die Entwicklung grundsätzlich interessant. Gerade energieintensive Unternehmen stehen weiterhin vor der Frage, wie wettbewerbsfähig Produktion in Deutschland langfristig bleibt.

Glasfaserförderung geht weiter

Neben Egglkofen erhielten weitere 20 Kommunen in Bayern Förderbescheide für den Gigabitausbau. Nach Angaben des Finanzministeriums sind inzwischen mehr als 99,5 Prozent der bayerischen Haushalte mit mindestens 30 Mbit/s versorgt; 76 Prozent verfügen über einen gigabitfähigen Anschluss.

Quellen: Bayerische Staatsregierung und Bayerische Staatsministerien, Veröffentlichungen vom 21. bis 25. September 2026; ergänzend Deutsche Bahn/SüdostBayernBahn; Bundesrat/Bundespresse. Beitragsbild: © inn-sider.de

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