Andreas Beibl aus Maxing starb mit 29 Jahren den „Heldentod“

Vor über 82 Jahren feierte der aus Maxing stammende Andreas Beibl in Erharting sein erstes Heiliges Messopfer. Er wuchs auf dem elterlichen Anwesen in Maxing (heute Reitstall Maxing) mit seiner Schwester Katharina, sowie den Brüdern Anton und Ignaz auf. Zum landwirtschaftlichen Betrieb gehörte noch ein kleines Baugeschäft, das später der Bruder Ignaz Beibl weiterführte und ausbaute und in den 1960er Jahren nach Töging verlagerte. Die Schwester Katharina wurde Ordensschwester und verbreitete in Chile als Missionarin die Lehren Christi.

Das Elternhaus in Maxing mit Girlanden umkränzt zu Ehren des Primizianten. Am übermauerten Giebel des Nebengebäudes ist zu erkennen, dass hier nicht nur ein Bauer, sondern auch ein handwerklich geschickter Baumeister, der viele Bauwerke in der Erhartinger Gegend erstellte, beheimatet war. Zudem wies das Wohnhaus einen großzügigen, gemauerten Balkon und im darunterliegenden Parterre eine im Gebäude integrierte, für Bauernanwesen ganz und gar untypische Terrasse auf.
Die Familie Beibl, von links, Andreas, Anton, Katharina in Ordenstracht (Ordensname: Corsina), und Ignaz mit ihrer Mutter

Über die Primiz von Andreas Beibl am 9.Juli 1939 gibt es keinerlei schriftlichen Hinweise in der Tagespresse. Einer der Gründe hierfür dürfte die Tatsache gewesen sein, dass die damaligen Machthaber bewusst alles was nicht der parteipolitischen Propaganda dienlich war, unterbanden. Eine religiöse Feier in dem Ausmaß einer feierlichen Primiz, zu der sicherlich die ganze Heimatregion unterwegs gewesen wäre, passte absolut nicht in das nationalsozialistische Weltbild der „braunen“ Machthaber. Dass die Pfarrgemeinde Erharting diesen Festtag dennoch feierlich beging dürfte jedoch außer Frage stehen.

Der angehende Neupriester assistiert dem Erhartinger Pfarrer Heinrich Wandler zur Pferdesegnung beim Stephani Umritt im Jahr 1938
von links, Katharina, Mutter Beibl, Ignaz und Andreas als Student. Stolz trägt er das Kennzeichen der damaligen Studenten, die rote Studenten Mütze.
Priesterweihe im Dom zu Freising durch Michael Kardinal von Faulhaber

Der Neupriester Andreas Beibl wirkte für kurze Zeit als Kaplan in Bad Kohlgrub und Ismaning. Anschließend wurde er zur Wehrmacht eingezogen. Am 8. Februar 1942 starb er mit gerade mal erst 29 Jahren in Rußland den Heldentod fürs Vaterland. Eines von vielen schweren Schicksalen das die Menschen durch den sinnlosen Krieg erleiden mussten.

Erinnerungsbild zur Priminz
Andreas Beibl im Priestergewand
Sterbebild des Gefreiten Andreas Beibl

So stützt sich dieser Bericht hauptsächlich auf Bildmaterial, das mir von der Witwe des verstorbenen Herrn Ignaz Beibl aus Töging dankenswerter Weise überlassen wurde.

Katharina, die Schwester von H.H. Andreas Beibl, wirkte unter dem Ordensnamen Corsina in einer Missionsstation in Chile. Nach 30 Jahren durfte sie erstmals ihre alte Heimat besuchen. Im Verlauf ihres mehrwöchigen Aufenthaltes informierte sie damals im Gasthaus Bäckerwirt in Erharting mit einem Lichtbildervortrag* (für die jüngere Generation vergleichbar mit einer *Power Point Präsentation) über das entbehrungsreiche Leben in der Lateinamerikanischen Missionsstation.

Fotos: Frau Beibl sen. Töging

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