Wasserburg am Inn. Insgesamt weniger Straftaten, eine erneut hohe Aufklärungsquote und erstmals seit Jahren kein Verkehrstoter – die Polizeiinspektion Wasserburg zieht für das Jahr 2025 eine überwiegend positive Bilanz. Die Zahlen stellte die Dienststellenleitung jetzt bei einem Sicherheitsgespräch mit den Bürgermeistern und Gemeindevertretern des Dienstbereichs vor.
Zum Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Wasserburg gehören die Stadt Wasserburg am Inn sowie die Gemeinden Albaching, Amerang, Babensham, Edling, Eiselfing, Griesstätt, Pfaffing, Ramerberg, Rott am Inn, Schonstett und Soyen. Auf einer Fläche von rund 326 Quadratkilometern betreut die Dienststelle etwa 46.000 Einwohner.
Weniger Straftaten – hohe Aufklärungsquote
Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei insgesamt 1.066 Straftaten. Das sind 73 Fälle beziehungsweise 6,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote leicht auf 74 Prozent. Damit konnten 789 Straftaten aufgeklärt werden – ein weiterhin sehr guter Wert.
Auch die sogenannte Häufigkeitszahl, die angibt, wie viele Straftaten auf 100.000 Einwohner entfallen, sank von 2.413 auf 2.348 und unterstreicht die vergleichsweise niedrige Kriminalitätsbelastung im Dienstbereich.
Weniger Einbrüche – mehr Ladendiebstähle und Online-Betrug
Die Zahl der Diebstähle ging insgesamt um rund neun Prozent zurück. Besonders deutlich fiel der Rückgang bei schweren Diebstählen aus, ebenso bei Wohnungseinbrüchen. Lediglich sieben Wohnungseinbrüche wurden registriert – fünf weniger als im Vorjahr.
Gegenläufig entwickelte sich dagegen der Ladendiebstahl, der um knapp 20 Prozent auf 67 Fälle anstieg.
Deutlich zugenommen haben außerdem Betrugsdelikte im Internet. Der sogenannte Waren- und Warenkreditbetrug, der vor allem beim Online-Handel und auf Verkaufsplattformen entsteht, stieg von 25 auf 47 Fälle und damit um mehr als 80 Prozent.
Gewaltkriminalität nahezu unverändert
Die Zahl der Rohheitsdelikte – darunter Körperverletzungen, Bedrohungen, Nötigungen oder Raubdelikte – blieb mit 259 Fällen nahezu auf Vorjahresniveau.
Während einfache Körperverletzungen nur leicht zunahmen, registrierte die Polizei bei gefährlichen und schweren Körperverletzungen einen deutlichen Anstieg von 23 auf 32 Fälle.
Die Zahl der Sexualdelikte blieb mit 54 Anzeigen nahezu konstant. Bemerkenswert ist hier die hohe Aufklärungsquote von 94,4 Prozent.
Weniger Rauschgiftdelikte
Die registrierten Rauschgiftdelikte gingen erneut deutlich zurück. Mit 26 Fällen wurden fast 46 Prozent weniger Verstöße als im Vorjahr erfasst. Nach Angaben der Polizei hängt diese Entwicklung weiterhin mit den Auswirkungen des seit April 2024 geltenden Cannabisgesetzes zusammen, durch das zahlreiche bislang strafbare Handlungen entkriminalisiert wurden.
Sachschäden steigen deutlich
Obwohl die Zahl der Straftaten insgesamt zurückging, stieg die Gesamtschadenssumme deutlich an. Sie belief sich 2025 auf rund 1,48 Millionen Euro und lag damit etwa 370.000 Euro über dem Vorjahreswert.
Verkehr: Keine Todesopfer im Jahr 2025
Auch die Verkehrsunfallstatistik entwickelt sich positiv. Mit 1.373 Verkehrsunfällen wurden etwas weniger Unfälle registriert als 2024.
Besonders erfreulich: Im gesamten Jahr 2025 kam im Zuständigkeitsbereich der Polizei Wasserburg kein Mensch bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Im Vorjahr waren noch sechs Verkehrstote zu beklagen.
Auch die Zahl der Verletzten sank von 252 auf 221 Personen.
Die häufigsten Unfallursachen waren Fehler beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren sowie Vorfahrtsverstöße.
Alkohol bleibt Risikofaktor
Bei 19 Verkehrsunfällen unter Alkohol- oder Drogeneinfluss wurden elf Menschen verletzt. Vier Unfallverursacher entfernten sich zunächst unerlaubt vom Unfallort, konnten jedoch alle ermittelt werden.
Darüber hinaus stoppte die Polizei 65 alkoholisierte oder berauschte Fahrzeugführer, bevor es überhaupt zu einem Unfall kam.
Im Bereich der Schulwegsicherheit registrierte die Polizei im vergangenen Jahr zwei Schulwegunfälle, bei denen zwei Kinder leicht verletzt wurden.
Polizei sieht Sicherheitsniveau weiterhin auf hohem Stand
Insgesamt zeigt der Sicherheitsbericht 2025 eine stabile Entwicklung im Dienstbereich der Polizeiinspektion Wasserburg. Weniger Straftaten, eine hohe Aufklärungsquote und der deutliche Rückgang schwerer Verkehrsunfälle unterstreichen das weiterhin hohe Sicherheitsniveau in der Region. Gleichzeitig bleiben insbesondere Internetbetrug, Ladendiebstähle sowie einzelne Bereiche der Gewaltkriminalität wichtige Schwerpunkte der polizeilichen Arbeit.
Beitragsbild: Bürgermeistern und Vertretern der Gemeinden, bei der Besprechung des Sicherheitsberichts, Polizeiinspektion Wasserburg am Inn