Mühldorfer Plogger starten die Aktion #Mühldorfkippenfrei

Eine saubere Umwelt sorgt für ein besseres Wohlbefinden. Dabei ist es gar nicht schwer, aktiv dazu beizutragen.

Aktuell startete die Plogging-Gruppe Mühldorf a. Inn gemeinsam mit der Stadt Mühldorf und der Aktionsgemeinschaft „Mühldorf vor Ort“ das Projekt #Mühldorfkippenfrei. Mit Plakaten und 1.000 handbeklebten Taschenaschenbechern soll auf eine „Kleine Geste mit großer Wirkung“ aufmerksam gemacht werden. Zum Glück haben wir mittlerweile sehr viele aktive Mitglieder mit den unterschiedlichsten Talenten und Fähigkeiten, so Roland Scherer. Für die Gestaltung der Plakate konnten wir Rebekka Fechner gewinnen, die unter anderen auch das Logo der Gruppe entwickelt hat.

Das Ziel der Initiatoren ist der achtsame Umgang mit Kippen. Zu viele dieser kleinen Schädlinge landen auf dem Boden und können dort mit jedem Regen ihre schädlichen Inhaltsstoffe in das Erdreich und die Gewässer abgeben. Zudem besteht der Filter aus Celluloseacetat, ein Kunststoff, der sich nur sehr langsam in Mikroplastik zersetz. Es sind aber nicht nur die Schäden für die Umwelt oder die Gefahren für Kinder und die Tierwelt, die die Initiatoren auf die Idee der Kampagne brachten. „Ein weiterer Punkt stellt der enorme Aufwand dar, die Kippen wieder aus der Umwelt zu entfernen“, so Roland Scherer, der die Plogging-Gruppe zusammen mit seiner Frau Stefanie im Januar 2020 gegründet hat. Die Plogger haben allein in diesem Jahr über 40 Kilo Kippen gesammelt, was einer Menge von etwa 170.000 Kippen entspricht. In etwa 40.000 stammen aus den Fugen des Kopfsteinpflasters vom Mühldorfer Stadtplatz. Eine maschinelle Reinigung ist aufgrund der Gegebenheiten kaum möglich. Deshalb sind die Mitarbeiter vom städtischen Bauhof fast täglich auf dem Stadtplatz unterwegs, um dort in mühevoller Handarbeit mit Greifern, Besen und Schaufeln der Flut an Kippen entgegenzuwirken, setzt Scherer fort. Eine Aufgabe, die dem Kampf gegen die sprichwörtlichen Windmühlen gleichkommt. Aufgrund des enormen Aufwands bei der Entsorgung und den negativen Folgen für unsere Umwelt hat die Stadtverwaltung Mühldorf in Zusammenarbeit mit der Plogging-Gruppe elf Aschenbecher auf dem historischen Stadtplatz installiert. Jetzt geht es nur noch um die eine kleine Geste: die Verwendung der Aschenbecher. Zum Start der Kampagne liegen bei allen teilnehmenden Geschäften kostenlose Taschenascher aus. Diese sind aus recycelten Kronenkorken gefertigt und können mehrfach verwendet werden. Die „Ascher“ sind klein und handlich, sodass sie in jede Jackentasche reinpassen und immer griffbereit sind.

„Uns war wichtig, dass wir keinesfalls mit dem Zeigefinger auf Raucher zeigen“ so Stefanie Scherer. Um Bevormundung gehe es Christian Kühl, dem ersten Vorstand der Aktionsgemeinschaft Mühldorf vor Ort ebenfalls nicht. Er und seine Kollegen machen mit, um die Menschen weiter zu sensibilisieren und daran zu erinnern, dass die Kippe mit einem Schnipser nicht auf dem Boden landet.

Auch Alexandra Vietz von der Stadtentwicklung mit Schwerpunkten Umwelt und Nachhaltigkeit geht es um die Aufklärung und Bewusstseinsbildung. „Es ist einfach noch nicht so bekannt, dass mit den Zigarettenkippen Giftstoffe wie Arsen und Blei im Grundwasser landen“, betont Vietz, die regelmäßig im Austausch mit Roland Scherer steht. Die Plogger seien eine große Bereicherung für die Stadt, die die Gruppe daher gern bei ihren Projekten unterstütze, erläutert Vietz weiter.

Auch Burghausen hat damit begonnen, das Problem in den Fokus zu rücken. Mit dem #Burghausenkippenfei und einer überdimensionalen Kippe wird auch im Nachbarlandkreis an die Vernunft der Raucherinnen und Raucher appelliert.

Wer das Projekt unterstützen oder es in seiner eigenen Gemeinde oder Stadt umsetzen möchte, kann sich mit der Plogging-Gruppe Mühldorf a. Inn in Verbindung setzen. 

E-Mail: kontakt@plogging-muehldorf.de

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