Im fein dekorierten Hof des Haberkastens fand sich beim Gala-Abend am 15.7. alles ein, was Rang und Namen hatte. Bürgermeisterin Claudia Hungerhuber (SPD) begrüßte nebst dem Stadtpfarrer Klaus Vogl und Stadt – und Kreisräten die anwesende Politprominenz, wie den Bundestagsabgeordneten Stephan Mayer (CSU), die Landtagsabgeordneten Markus Saller (Freie Wähler) und Sascha Schnürer (CSU), Altbürgermeister Günther Knoblauch, die ehemaligen Bürgermeister Marianne Zollner und Michael Hetzl und übergab dann das Mikrophon dem Moderator des Abends, dem Kabarettisten Michael Altinger, der mit lebhaftem Witz durch den Abend führte und dabei auch an seine beruflichen Anfänge im Jahr 1999 im Haberkasten erinnerte.
Den musikalischen Auftakt gab Stefan Zauner, bekannt als Sänger der Band Münchner Freiheit, der in Begleitung seiner Frau, der Sängerin Petra Manuela, zum 80er Hit „Ohne dich“ eine mitreißende Hommage an den beliebten Kulturstandort schmetterte und daneben über seine beruflichen Anfänge im Haberkasten plauderte. Dem eindeutig zu kurzem Auftritt folgte der kongeniale Mehrpersonen-Kabarettist Wolfgang Krebs, der Markus Söder, Hubert Aiwanger und noch Wolfgang Stoiber gekonnt auf die Schippe nahm, wobei die Gags über den zerstreuten ehemaligen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber mittlerweile schon etwas „angestoibt“ wirken. Mit dem abgewandelten Spruch „Das frühe Vögeln entspannt den Wurm“ leitete er bairisch-derb zum nächsten Act über, zu drei Herren unter dem Namen D‘BavaResi. Sie gaben den Neuen Deutsche Welle-Hit „Resi, i hol dich mit‘m Traktor ab“ in einer Art Gothic-Version, die zum Rap übergleitet, zum Besten. Dass sie auch andere Musikstile beherrschen, bewiesen sie mit einem Bayern-Reggae frei nach der australischen Band Men at Work. Während sich die Gäste rund zweiundhalb Stunden nach dem Beginn der Veranstaltung – wahlweise am gegrillten Kabeljaufilet, an Hähnchenbrust gefüllt mit Spinat, Ricotta und Limone und gegrilltem Halloumi und Couscous labten, spielte das Duo „As Times Goes By“ mit Violine und Akkordeon mit einer schier unglaublichen Bandbreite an Stücken auf: Evergreens aus den 1930ern Jahren wie „Bei mir bist du schön“ oder Rock-Balladen wie „Nothing Else Matters“ von Metallica.
Als weiterer Höhepunkt des Abends folgten die kabarettistischen King and Queen des Freistaats: Die landesweit als Mama Bavaria bekannte Luise Kinseher, die bereits 1998 im Haberkasten auftrat und in ihrer aktuellen Rolle als vom Alkohol getröstete Mary from Bavary einen wehmütigen Blick auf ihre Jugend und die Weltlage wirft und gleichzeitig als Sängerin mit ihrer Interpretation von „Still Got the Blues“ überzeugt.


Den krönenden Abschluss gab Günter Grünwald, der zusammen mit seinen Jugendfreunden, der Blues-Band Rad Gumbo, die E-Gitarre konzentriert bespielte. Die Kabarett-Legende im Unruhestand, nunmehr mit Gitarre im Arm, macht noch immer lustige Ansagen und erzählt kurzweilig-groteske Lebensrettergeschichten mittels Baumarkt-Siphons. Seine politischen Seitenhiebe gingen dabei, wie zu erwarten, gegen Putin, Trump und die AfD raus. Als schließlich Rad Gumbo mit einer musikalischen Explosion und ihrer Version von „Walking on the Moon“ loslegte, hätte man eigentlich getrost alle fein gedeckten Tische beiseite räumen und bis spät in die Nacht tanzen müssen, so mitreißend und gesanglich eindringlich war ihr Groove – wenn das kein gelungener Abschluss und gleichzeitiger Auftakt für die nächsten 30 Jahre ist!
Beitragsbilder: © Mirjana Saller