Hans-Jochen Vogel

2015 war Dr. jur. Hans-Jochen Vogel im Haberkasten zur feierlichen Eröffnung der Dauerausstellung „Alltag, Rüstung, Vernichtung – Der Landkreis Mühldorf im Nationalsozialismus“, zusammen mit Max Mannheimer (im Bild im Rollstuhl sitzend). Rechts im Bild Mühldorfs Altbürgermeister Günther Knoblauch (2015 MdL), in der Mitte Kulturreferent Rainer Schratt.

Hans-Jochen Vogel wurde am 3. Februar 1926 in Göttingen geboren und starb am 26. Juli 2020 in München.

Seine bekanntestes öffentliches Amt war das des Oberbürgermeisters von München, das er von 1960 bis 1972 innehatte. Im Alter von 34 wurde Hans-Jochen Vogel als Nachfolger von Thomas Wimmer zum OB von München gewählt. Zu seinen Errungenschaften gehören u. a. die Schaffung eines ausgedehnten Fußgängerbereichs im Münchener Zentrum, ein leistungsfähiger öffentlicher Personennahverkehr, die Schaffung des S- und U-Bahn-Netzes gehen auf seine Stadtentwicklungsplanung zurück.

Von 1972 bis 1981 und erneut von 1983 bis 1994 gehörte Hans-Jochen Vogel dem Deutschen Bundestag an. Er war von 1972 bis 1974 Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau, danach bis 1981 Bundesminister der Justiz.

Auf dringende Bitte seiner Berliner Parteifreunde schied Vogel am 22. Januar 1981 aus der Bundesregierung aus und wurde vom Berliner Abgeordnetenhaus zum Regierenden Bürgermeister von Berlin gewählt. Bis Juni 1981 war Hans-Jochen Vogel Regierender Bürgermeister von West-Berlin. Bei der Wahl am 10. Mai 1981 unterlag Vogels SPD der vom Gegenkandidaten Richard von Weizsäcker geführten CDU. Vogel blieb danach bis 1983 Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses und Vorsitzender der Berliner SPD-Fraktion. Er war der einzige deutsche Politiker, der in zwei Millionenstädten Stadtoberhaupt war.

Nach dem Ende der Kanzlerschaft von Helmut Schmidt (SPD) war Hans-Jochen Vogel 1983 SPD-Kanzlerkandidat bei der Bundestagswahl, verlor aber gegen Helmut Kohl und der Koalition aus CDU/CSU und FDP. Von 1983 bis 1991 war Hans-Jochen Vogel Fraktionsvorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion als Nachfolger von Herbert Wehner, sowie von 1987 bis 1991 Parteivorsitzender der SPD als Nachfolger von Willy Brandt.

Foto: Geschichtszentrum Mühldorf am Inn

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