Geschichtszentrum präsentiert neue Dauerausstellung „Im Land der Urelefanten“

Landkreis Mühldorf a. Inn, 30. Juni 2026 – Mit der neuen Dauerausstellung „Im Land der Urelefanten“ hat das Geschichtszentrum und Museum Mühldorf a. Inn einem der bedeutendsten Fossilienfunde der Region ein neues Zuhause gegeben. Nach der erfolgreichen Eröffnung zum Internationalen Museumstag begrüßte Geschichtszentrumsleiter Korbinian Engelmann nun Landrat Max Heimerl und Bürgermeisterin Claudia Hungerhuber zu einem Besuch der Ausstellung.

Bereits die Eröffnung der Ausstellung verlief bewusst anders als eine klassische Vernissage. Statt Reden und Prosecco standen Kinder und Familien im Mittelpunkt. Bei einer Urelefanten-Rallye durch das Museum, einem Malwettbewerb, dem Gestalten von Urelefanten aus Ton sowie einer Druckwerkstatt mit Linolschnitt entdeckten über 120 Besucherinnen und Besucher die neue Ausstellung aktiv.

Im Rahmen einer Führung erhielten kürzlich auch Landrat Max Heimerl und Mühldorfs Bürgermeisterin Claudia Hungerhuber Einblicke in die Zeit vor elf bis zwölf Millionen Jahren, als die Region noch von einem subtropischen Klima geprägt war und Urelefanten die Landschaft bevölkerten. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht dabei nicht nur das Fossil selbst, sondern auch dessen spektakuläre Bergung: Die Knochen wurden im Innbett entdeckt und mussten aufwendig aus einem Steilhang geborgen sowie anschließend mit Booten über den Inn transportiert werden.

Darüber hinaus erzählt die Ausstellung eine weitere bemerkenswerte Geschichte. Seit den 1990er Jahren wacht ein von dem Waldkraiburger Künstler Hermann Brunotte geschaffener Urelefant als „Brückenwächter“ über die Innbrücke bei Kraiburg. Als Dank für den Auftrag schenkte Brunotte den Kreisrätinnen und Kreisräten 1992 kleine Nachbildungen der Skulptur. Ein originales Exemplar dieser Figuren ist heute in der Ausstellung zu sehen.

An diese Tradition knüpfte das Geschichtszentrum nun an: Korbinian Engelmann überreichte Landrat Max Heimerl und Bürgermeisterin Claudia Hungerhuber jeweils eine neu aufgelegte Version des kleinen Urelefanten. Die Figuren wurden von Museumsmitarbeiterin Michaela Degenhardt in einer kleinen Auflage gefertigt und tragen die Farben des Museums.

Mit einem Augenzwinkern erinnerte Engelmann dabei an eine historische Verwirrung: Bereits 1992 wurde diskutiert, um welchen Urelefanten es sich eigentlich handelte – um den Mühldorfer Fund oder den sogenannten Ebinger Urelefanten.

Landrat Max Heimerl zeigte sich begeistert von der neuen Präsentation: „Der Urelefantenfund gehört zu den bedeutendsten Zeugnissen der Vorgeschichte unserer Region. Es freut mich sehr, dass dieser außergewöhnliche Fund nun wieder zeitgemäß und dauerhaft museal vermittelt wird.“ Auch Bürgermeisterin Claudia Hungerhuber lobte das Konzept der Ausstellung: „Die Ausstellung schafft es auf sehr unterhaltsame Weise, die spannende Fundgeschichte zu erzählen. Besonders der Ausstellungsfilm macht die Ereignisse rund um die Bergung eindrucksvoll und anschaulich erlebbar.“

Der Leiter des Geschichtszentrums und Museums Mühldorf a. Inn Korbinian Engelmann betonte die Bedeutung einer familienfreundlichen Vermittlung: „Mir ist wichtig, dass wir insbesondere junge Familien für die Geschichte unserer Region begeistern und ihnen einen lebendigen Zugang zu unseren Themen ermöglichen.“

Die Dauerausstellung „Im Land der Urelefanten“ ist ab sofort im Geschichtszentrum und Museum Mühldorf a. Inn zu den regulären Öffnungszeiten des Museums zu sehen.

Beitragsbild: Hermann Brunotte vor seinem Urelefanten-Brunnenwächter an der Kraiburger Innbrücke. Bildnachweis: Stadtarchiv Waldkraiburg

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