Geschichtszentrum Mühldorf wird Teil des Bayerischen Schatzregals

Landkreis Mühldorf a. Inn: Das Geschichtszentrum und Museum Mühldorf a. Inn zählt zu den Einrichtungen des Bayerischen Schatzregals. Damit können archäologische Funde aus der Region dauerhaft in Mühldorf aufbewahrt, wissenschaftlich bearbeitet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Dass das Museum diese anspruchsvolle Aufgabe übernehmen kann, ist das Ergebnis einer jahrelangen Weiterentwicklung der Sammlungsarbeit und moderner Depotstrukturen.

Davon machten sich Landrat Max Heimerl und Bürgermeisterin Claudia Hungerhuber bei einem Besuch des Museumsdepots gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Fördervereins Geschichtszentrum Mühldorf e. V., Erwin Baumgartner, ein Bild. Als gemeinsame Träger des Geschichtszentrums tragen Landkreis Mühldorf a. Inn und Kreisstadt Verantwortung für die Bewahrung des kulturellen Erbes der Region.

Museumsleiter Korbinian Engelmann ging zunächst auf die Entwicklung und Ausstattung der seit 2020 genutzten Depoträume ein. Sie bieten optimale konservatorische Bedingungen für die langfristige Aufbewahrung der Sammlungsbestände und bilden die Grundlage für die kontinuierliche Professionalisierung in den Bereichen Sammeln, Bewahren und Forschen. „Diese hohen fachlichen Standards waren eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass das Geschichtszentrum nun als Einrichtung des Bayerischen Schatzregals anerkannt wurde“, machte Sammlungsleiterin Diana Herrmann bei der anschließenden Führung durch das Depot deutlich.

Die Sammlung des Museums reicht von Fossilien aus einer Zeit lange vor dem Menschen bis hin zu kunst- und kulturhistorisch bedeutenden Objekten. Da nur ein Teil dieser Zeugnisse in den Dauer- und Sonderausstellungen präsentiert werden kann, werden die übrigen Bestände im Depot sicher verwahrt. Mit der Aufnahme in das Schatzregal kommen künftig auch bedeutende archäologische Funde aus der Region hinzu, die dauerhaft vor Ort verbleiben können. Das stärke nicht nur die wissenschaftliche Arbeit des Museums, sondern ermöglicht es auch, die Geschichte des Landkreises unmittelbar in der Region zu bewahren und zu vermitteln, so Diana Herrmann.

Landrat Max Heimerl würdigte die Entwicklung des Geschichtszentrums: „Wir können stolz darauf sein, dass wir im Landkreis Mühldorf a. Inn über ein Museum verfügen, das unsere kulturhistorisch wertvollen Objekte nach höchsten fachlichen Standards bewahrt. In diesen Sammlungsstücken steckt nichts weniger als die Geschichte und Identität unserer Heimat. Umso wichtiger ist es, dass sie hier dauerhaft gesichert, erforscht und für kommende Generationen erhalten werden.“

Auch Bürgermeisterin Claudia Hungerhuber hob die Bedeutung des Museums für die Kreisstadt hervor: „Als Eigentümerin zahlreicher kulturhistorischer Objekte trägt auch die Kreisstadt Mühldorf Verantwortung für deren Erhalt. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass diese Schätze im Geschichtszentrum fachgerecht bewahrt und zugleich für die Menschen erlebbar gemacht werden.“

Die Aufnahme in das Bayerische Schatzregal ist nicht nur eine Auszeichnung, sondern zugleich ein Auftrag: Sie bestätigt die erfolgreiche Arbeit des Museumsteams, die Investitionen in moderne Depotstrukturen sowie das gemeinsame Engagement von Landkreis, Kreisstadt und Förderverein für den Erhalt des kulturellen Erbes der Region.

Über das Bayerische Schatzregal:

Im Jahr 2023 hat der Freistaat Bayern das sogenannte Schatzregal eingeführt – und den bayerischen Kommunen damit neue Chancen eröffnet: Sofern sie eine fachgerechte Verwahrung und Betreuung sicherstellen, können sie das Eigentum an archäologischen Funden vom Freistaat übernehmen. Städte und Gemeinde haben so die Möglichkeit, mit ihren Stadtarchäologien oder Hand in Hand mit den Kommunalarchäologien der Landkreise lokale Geschichte vor Ort zu präsentieren, Museen zu stärken und Fundorte zu Lernorten zu machen. Gemeinsam haben das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (StMWK), die Archäologische Staatssammlung München (ASM), die kommunalen Spitzenverbände und das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) ein einheitliches und transparentes Verfahren zur Umsetzung der neuen Schatzregalregelung erarbeitet.

(Auszug aus der Pressemitteilung der Archäologischen Staatssammlung)

Beitragsbild: Förderverein-Vorsitzender Erwin Baumgartner, Bürgermeisterin Claudia Hungerhuber, Landrat Max Heimerl, Sammlungsleiterin Diana Herrmann und Museumsleiter Korbinian Engelmann (von links) warfen im Museumsdepot gemeinsam einen Blick hinter die Kulissen des Geschichtszentrums Mühldorf a. Inn.
Bildnachweis: Pressestelle Landratsamt Mühldorf a. Inn

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