Akku-Züge in Südostbayern
Der Freistaat möchte den Dieselbetrieb im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) bis 2040 beenden. Deshalb sind alle Strecken bezüglich einer Umstellung auf vollelektrische Züge oder Akku-Züge untersucht worden. Jetzt gibt es eine konkrete Perspektive bezüglich einer Umstellung auf lokal emissionsfreie Antriebe, auch für die vereinzelten, noch bestehenden Diesel-Strecken in Stadt und Landkreis Rosenheim. Das Gutachten zu den Netzen „Südostbayern“ ist abgeschlossen und die Ergebnisse bilden nun die Grundlage für die weiteren Planungs- und Realisierungsschritte.
Der Freistaat Bayern hat in Zusammenhang mit dem Gutachten auch die Idee des „Chiemgau-Express“ untersuchen lassen. Es handelt sich um eine mögliche Direktverbindung zwischen Rosenheim und Aschau über Prien a.Chiemsee, die auch die Reaktivierung von Bahnhöfen wie Stephanskirchen und Rimsting einschließt. Das Projekt genießt einen großen Rückhalt und betroffene Gemeinden unterstützen es auch durch Gremienbeschlüsse. Die Untersuchung hat ergeben, dass ein Betrieb mit Akku-Zügen sowohl bei einem Pendelbetrieb zwischen Aschau und Prien, als auch bei einer umsteigefreien Weiterführung nach Rosenheim bezüglich der Stromversorgung grundsätzlich möglich wäre.
Erforderlich hierfür sind jedoch – je nach konkreter Ausgestaltung des Fahrplankonzepts – Maßnahmen zur Ertüchtigung der Infrastruktur, wie die Elektrifizierung von Gleisabschnitten oder deren Ausrüstung mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS. „Das sind sehr gute Nachrichten für den Landkreis Rosenheim“, sagt Rosenheims Landrat Otto Lederer zum Ergebnis der Untersuchung. „Die Ergebnisse geben Rückenwind für unsere Bestrebungen den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) in der Region nachhaltig zu verbessern“, so Lederer weiter. Wie Christian Bernreiter, Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr mitgeteilt hat, sollen die Ergebnisse des Gutachtens nun zur Grundlage der weiteren Planungs- und Realisierungsschritte hinsichtlich der Einführung von Akku-Zügen in Südostbayern werden.
Erst kürzlich hatte Landrat Otto Lederer zusammen mit weiteren Landräten aus dem MVV-Verbundraum ein Positionspapier mit Verbesserungsvorschlägen für den SPNV in Südbayern an Bayerns Verkehrsminister Bernreiter übergeben. Auch darin waren die Maßnahmen, die Teil des Konzepts vom „Chiemgau-Express“ sind, aufgenommen worden. Zudem setzt sich der Landkreis Rosenheim dafür ein, dass weitere Fahrplanverbesserungen umgesetzt und im Regionalverkehr bei stark genutzten Verbindungen mehr Kapazitäten zur Verfügung gestellt werden. „Obwohl für die Schiene der Bund und der Freistaat Bayern verantwortlich sind, bringen wir uns auch seitens des Landkreises Rosenheim wo immer es möglich ist ein, um den Regionalverkehr auf der Schiene zu stärken. Denn davon profitieren Bürger, Pendler und Touristen gleichermaßen.“
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