Bayern-Rückblick: Bahn, Straßen und Wirtschaft – was die Woche für Südostbayern bringt

Das Wichtigste in Kürze

  • Mehr Zughalte in Dorfen: Seit dem 28. September hält der RE 27002 morgens zusätzlich in Dorfen. Für Pendler aus dem Raum Mühldorf und entlang der Strecke ist das eine konkrete Verbesserung im derzeit eingeschränkten Fahrplan.
  • Bahnstrecke Mühldorf–München bleibt Baustellenthema: Die aktuellen Einschränkungen sollen durch umfangreiche Arbeiten ab November beseitigt werden. Vom 19. November bis 23. Dezember ist eine größere Sperrung vorgesehen.
  • B 15 bei Haag wird saniert: Am Kreisverkehr bei Altdorf südlich von Haag wird ab 12. Oktober die Fahrbahn erneuert. Die Maßnahme betrifft damit unmittelbar den Landkreis Mühldorf.
  • Deutschlandticket wird teurer: Ab Januar 2027 kostet das Ticket bundesweit 66,80 Euro im Monat. Gerade für Pendler ist das eine wichtige Änderung im öffentlichen Verkehr.
  • Bayern will Netzausbau beschleunigen: Das Kabinett beschloss ein Sofortprogramm für schnellere Genehmigungen und Anschlüsse bei Umspannwerken und Verteilnetzen.

Für unsere Region besonders interessant

Zusätzlicher Zughalt in Dorfen – Entlastung für Pendler, aber noch keine Rückkehr zum Normalbetrieb

Auf der Strecke zwischen München und Mühldorf gibt es seit dem 28. September einen zusätzlichen Halt: Der RE 27002 hält morgens testweise auch in Dorfen. Damit reagiert die SüdostBayernBahn auf Kritik an einer größeren Fahrplanlücke im aktuellen Interimsfahrplan. Besonders profitieren sollen Frühpendler in Richtung München.

Der zusätzliche Halt ist allerdings keine Rückkehr zum regulären Fahrplan. Seit Mitte September gelten wegen mehrerer Langsamfahrstellen längere Fahrzeiten und einzelne Zugausfälle. Die SüdostBayernBahn versucht damit, die verbliebenen Verbindungen zuverlässiger zu machen.

Die langfristige Lösung soll über Bauarbeiten kommen: Vom 19. November bis 23. Dezember ist eine umfangreiche Sperrung der Strecke zwischen München und Mühldorf vorgesehen. Unter anderem sollen Gleise erneuert und die bestehenden Langsamfahrstellen beseitigt werden. Nach aktuellem Stand soll der reguläre Fahrplan anschließend ab 24. Dezember wieder möglich sein – abhängig vom Baufortschritt und der Witterung.

Für unsere Region ist das eine der wichtigsten Meldungen der Woche: Die Bahnverbindung nach München bleibt für viele Menschen in den Landkreisen Mühldorf und Altötting eine zentrale Pendlerachse. Der zusätzliche Halt ist kurzfristig hilfreich, gleichzeitig zeigt die bevorstehende Sperrung, dass die Probleme auf der Strecke noch nicht gelöst sind.

B 15 bei Haag: Kreisverkehr bei Altdorf wird saniert

Auch auf der Straße steht im Landkreis Mühldorf eine konkrete Baumaßnahme bevor. Das Staatliche Bauamt Rosenheim kündigte am 30. September die Sanierung des Kreisverkehrs bei Altdorf südlich von Haag an.

Die Fahrbahn weist nach Angaben des Bauamts Risse, Spurrinnen und Verdrückungen auf. Vor allem der Schwerverkehr habe dem Asphalt zugesetzt. Ab 12. Oktober sollen Deck- und Binderschicht erneuert werden; die Arbeiten sollen voraussichtlich bis 23. Oktober dauern. Während der Bauzeit wird der Kreisverkehr gesperrt, der Verkehr wird teilweise über einen Bypass und die Kreisstraße MÜ 32 geführt. Der Schulbusverkehr soll weiter möglich sein.

Für Pendler und den regionalen Wirtschaftsverkehr bedeutet das vor allem: Im Oktober ist rund um Haag mit zusätzlichen Behinderungen zu rechnen. Die Maßnahme ist mit rund 110.000 Euro veranschlagt und wird aus Bundesmitteln finanziert.

    Außerdem wichtig in Bayern

    Bayern will Stromnetze schneller ausbauen

    Die Staatsregierung hat in ihrer Kabinettssitzung vom 29. September ein Sofortprogramm unter dem Titel „Bayern schneller ans Netz“ beschlossen. Umspannwerke, Verteilnetze und Netzanschlüsse sollen innerhalb eines Jahres spürbar schneller realisiert werden können.

    Für Südostbayern ist das grundsätzlich relevant, weil Industrie, Gewerbe und neue Energieanlagen zunehmend auf leistungsfähige Netze angewiesen sind. Allerdings handelt es sich zunächst um ein politisches und administratives Beschleunigungsprogramm – nicht um eine konkrete neue Netzanbindung in unserer Region.

    Deutschlandticket kostet ab 2027 mehr

    Zum 1. Januar 2027 steigt der Preis des Deutschlandtickets auf 66,80 Euro pro Monat. Grundlage ist erstmals der von der Verkehrsministerkonferenz beschlossene Preisindex, der unter anderem Personal-, Energie- und allgemeine Kosten berücksichtigt.

    Für die Region ist die Änderung vor allem wegen der vielen Berufspendler interessant. Gleichzeitig bleibt die Frage, wie attraktiv das Ticket im Verhältnis zu den tatsächlichen Kosten und der Zuverlässigkeit des Regionalverkehrs bleibt.

    Arbeitsmarkt: Bayerns Arbeitslosenquote sinkt leicht

    Im September ist die Arbeitslosenquote in Bayern nach Angaben des Wirtschaftsministeriums um 0,1 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent gesunken. Bayern liegt damit weiterhin unter dem Bundesdurchschnitt von 6,4 Prozent.

    Die Zahlen zeigen allerdings nur die landesweite Entwicklung. Für einzelne Branchen und Regionen kann die Lage deutlich unterschiedlich sein – insbesondere dort, wo Fachkräftemangel und schwächere Konjunktur gleichzeitig auftreten.

    E-Rechnung: Bayern fordert mehr Übergangszeit

    Bayern setzt sich für eine Verlängerung der Übergangsfristen bei der Einführung der E-Rechnung ein. Das Land unterstützt grundsätzlich die Umstellung auf den digitalen Rechnungsverkehr, fordert aber mehr Zeit und klare Vorgaben für Unternehmen.

    Gerade für kleinere Betriebe und Unternehmen ist das Thema praktisch relevant, weil die Umstellung nicht nur technische, sondern auch organisatorische Anpassungen erfordert.

    Neue Minister, neue Zuständigkeiten

    Ende September gab es auch einen Wechsel im bayerischen Kabinett: Josef Schmid wurde als neuer Justizminister vereidigt und löste Georg Eisenreich ab. Gleichzeitig wurde mit Manuel Knoll ein neues Amt als Staatsminister für Jugend und Demokratie geschaffen.

    Für die Menschen in Südostbayern hat der Personalwechsel zunächst keine unmittelbaren Auswirkungen. Politisch ist er dennoch eine der markanteren Veränderungen dieser Woche.

    München bleibt Deutschlands Olympia-Bewerber

    Nach der Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes steht München als deutsche Bewerberstadt für die Olympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 fest. Bayern begleitet die Bewerbung politisch.

    Ob und wann tatsächlich Spiele nach München kommen, ist damit allerdings noch offen. Für unsere Region bleibt vor allem interessant, welche Auswirkungen eine mögliche Bewerbung langfristig auf Verkehr, Infrastruktur und Tourismus haben könnte.

    Für Südostbayern war die Woche weniger von einer einzelnen großen politischen Entscheidung geprägt als von mehreren konkreten Infrastrukturthemen.

    Die Bahnstrecke Mühldorf–München bleibt dabei besonders wichtig: Der zusätzliche Halt in Dorfen bringt kurzfristig eine Verbesserung, gleichzeitig steht mit der großen Sperrung im November und Dezember eine weitere Belastungsprobe für Pendler bevor.

    Auch auf der Straße zeigt sich, wie wichtig funktionierende Infrastruktur für die Region ist – vom Kreisverkehr bei Haag bis hin zu den Schwertransporten, die die Industrieunternehmen der Region mit internationalen Projekten verbinden.

    Auf Landesebene ging es daneben vor allem um schnellere Stromnetze, den öffentlichen Verkehr, Digitalisierung und die wirtschaftliche Entwicklung. Viele der Ankündigungen müssen sich allerdings erst noch in konkreten Maßnahmen bewähren.

    Quellen: Bayerische Staatsregierung und Bayerische Staatsministerien, ergänzende Veröffentlichungen der Woche; zusätzlich Deutsche Bahn/SüdostBayernBahn, Staatliches Bauamt Rosenheim und regionale Berichterstattung.

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