Weißes Pulver in Burghausen: Ursache identifiziert – keine Gesundheitsgefahr
Burghausen: Am Montag, 2. Februar 2026, sorgte ein Stoffaustritt in einem Chemiebetrieb für Aufregung: Auf Teilen des Werksgeländes und in angrenzenden Wohnbereichen waren Reste eines weißen Pulvers sichtbar – unter anderem auf geparkten Fahrzeugen. Zugleich betonten Unternehmen und Behörden, dass keine Gesundheitsgefahr von dem Stoff ausgehe.
Was ist passiert?
Gegen 13 Uhr am Montagnachmittag sei aus einem Produktionsbereich der Westlake Vinnolit GmbH auf dem Gelände der Wacker Chemie AG ein Stoff in die Umgebung gelangt, so die erste Mitteilung. Betroffen waren Bereiche rund um den Parkplatz an der Westpforte, den Jägerweg sowie angrenzende Teile der Burgkirchener Straße bis zur Einmündung der Badhöringer Straße.
Sofort nach dem Vorfall wurden vor Ort Messungen durchgeführt, die ergaben, dass von dem Stoff „in der vorliegenden Form und Menge keine Gesundheitsgefährdung ausgeht“ – sowohl innerhalb als auch außerhalb des Werksgeländes, betonte das Unternehmen.
Neue Erkenntnisse: Es handelt sich um Laurinsäure
Ein Folge-Artikel der Passauer Neuen Presse berichtet, dass Westlake Vinnolit inzwischen genaue Angaben zum Stoff gemacht hat:
Bei dem weißen Pulver handelt es sich demnach um Laurinsäure, eine gesättigte Fettsäure, die – in Form ihrer Salze – als Emulgator in der PVC-Herstellung genutzt wird.
Das Unternehmen erklärt weiter, dass Laurinsäure in geringer Menge freigesetzt wurde, zum Beispiel während Reinigungsarbeiten an einem Wärmetauscher, über einen Abluftkamin. In dieser Form und Konzentration bestehe keine Gefahr für die Gesundheit.
Laurinsäure ist ein organischer Stoff, der bei Raumtemperatur als weißer kristalliner Feststoff vorliegt. Zwar wird er in Gefahrstoffregistern als „gefährlich für die Augen“ geführt, von der hier aufgetretenen Menge gehe aber keine Gefährdung aus.
Was Anwohner jetzt wissen sollten
Anwohner, deren Fahrzeuge Pulverrückstände aufweisen, können diese problemlos in einer Waschanlage entfernen lassen. Betroffene können sich laut Mitteilung bezüglich einer Kostenerstattung direkt an das Unternehmen wenden, etwa über die Adresse: kostenerstattung@westlake.com.
Eine Anwohnerin berichtete gegenüber einer regionalen Seite, dass am Nachmittag des Vorfalls das Pulver bereits spurlos verschwunden war und sich problemlos abwischen ließ.
Bedeutung für den Chemie-Standort Burghausen
Die Westlake Vinnolit GmbH betreibt in Burghausen einen Produktionsstandort für PVC-Spezialitäten innerhalb der Chemieindustrie-Struktur am Standort – einem der größten Chemiearbeitsplätze in Bayern. PVC (Polyvinylchlorid) wird dort unter anderem zur Herstellung von Bodenbelägen, Tapeten oder technischen Beschichtungen verwendet, die in vielen Alltagsprodukten verarbeitet werden.
Burghausen gilt als einer der bedeutendsten Chemiestandorte Deutschlands mit mehreren großen Unternehmen und Tausenden Beschäftigten im Chemie- und verarbeitenden Gewerbe.
Beitragsbild: Industrieanlagen in Burghausen © inn-sider.de