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Mühldorf: Verkehrsausschuss stimmt Beitritt zum MVV zu

Der Landkreis Mühldorf a. Inn steht kurz vor dem Beitritt zum Münchner Verkehrsverbund (MVV). Im Umweltausschuss fiel am 31. März einstimmig der Startschuss – nun liegt der Ball beim Kreistag. Gleichzeitig bringt der Landkreis mit dem „Landkreiswerk Mühldorf a. Inn“ ein neues Modell zur lokalen Energiewende auf den Weg.

Der Landkreis Mühldorf a. Inn hat eine wichtige Hürde auf dem Weg zum Beitritt in den Münchner Verkehrsverbund (MVV) genommen. Der Ausschuss für Umwelt, Nahverkehr, Natur und Tourismus sprach sich am Montag, 31. März 2025, einstimmig für den Beitritt aus. Die finale Entscheidung trifft der Kreistag in seiner Sitzung am Freitag, 4. April. Der Beitritt könnte bereits zum 1. Januar 2026 wirksam werden. Ab dann würden im gesamten Landkreis die einheitlichen MVV-Tarife und -Bedingungen gelten.

MVV bringt zahlreiche Vorteile vor Mühldorf

Landrat Max Heimerl zeigte sich erfreut: „Damit gelingt uns eine wichtige Weichenstellung für den Öffentlichen Personennahverkehr im Landkreis.“ Ein langjähriger Entscheidungsprozess käme so zu einem erfolgreichen Abschluss. Bereits seit 2020 hatte sich der Landkreis an einer Grundlagenstudie zur Verbunderweiterung beteiligt. Ziel war es, die Verkehrsverflechtungen mit dem MVV-Raum zu analysieren und das Potenzial für die Fahrgäste zu bewerten.

Ein Knackpunkt der Planungen war lange Zeit die Finanzierung. Doch nach intensiven Verhandlungen konnte die erwartete Belastung des Landkreishaushalts deutlich reduziert werden. Für das Jahr 2025 sind rund 260.000 Euro für Infrastrukturmaßnahmen und Beratung eingeplant. Ab 2026 belaufen sich die laufenden Betriebskosten auf etwa 230.000 Euro pro Jahr – ein Teil davon lässt sich laut Landkreis sogar durch Einsparungen an anderer Stelle im ÖPNV kompensieren. Heimerl lobte die konstruktiven Gespräche: „Es hat sich ausgezahlt, dass wir hart verhandelt haben.“

Durch den Beitritt profitieren die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Mühldorf a. Inn von einem günstigeren und einheitlichen Tarif, einer besseren Fahrplanauskunft und einem effizienteren Vertriebssystem. Mühldorf würde damit anderen Landkreisen wie Rosenheim, Bad Tölz-Wolfratshausen, Landsberg am Lech oder Weilheim-Schongau folgen, die bereits dem MVV beigetreten sind.


Energiewende vor Ort: Landkreiswerk Mühldorf a. Inn geplant – kommunales Unternehmen für erneuerbare Energie

Neben der MVV-Entscheidung hat der Umweltausschuss auch den Weg für ein weiteres zukunftsweisendes Projekt geebnet: die Gründung des „Landkreiswerks Mühldorf a. Inn“. Dabei handelt es sich um ein gemeinsames Kommunalunternehmen (gKU), das erneuerbare Energieprojekte auf dem Gebiet der Gemeinden realisieren soll – mit dem Ziel, regionale Wertschöpfung zu sichern und die Bürgerinnen und Bürger aktiv einzubinden.

Die Satzung und der Konsortialvertrag wurden am 31. März mit großer Mehrheit (9:2 Stimmen) beschlossen. In den vergangenen Monaten hatten zahlreiche Gespräche mit Gemeinden sowie Abstimmungen mit dem Bayerischen Gemeindetag und der Regierung von Oberbayern stattgefunden. Der Landkreis bringt jährlich 150.000 Euro in Form von Dienstleistungsguthaben ein.

Die endgültige Entscheidung trifft der Kreistag am 4. April. Danach sollen auch die beteiligten Kommunen entsprechende Beschlüsse fassen. Ziel ist es, möglichst bald in die operative Phase zu starten. Das neue Landkreiswerk soll die Energiewende vor Ort aktiv mitgestalten – unter Beteiligung der Menschen und Unternehmen aus der Region.

Foto: © MVV

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