Slowenische Kurenten treiben in Burghausen den Winter aus
Furchteinflößende Gesellen aus aus der slowenischen Stadt Ptuj machten am 24. Februar die Stadt unsicher. Mit Fellen und Masken bekleidet trieben die Kurenten in Burghausen den Winter aus. Bürgermeister Florian Schneider begrüßte die bemerkenswerte Truppe am Stadtplatz.
In Burghausen ging es laut und wild zu. Die umgeschnallten Glocken der Kurenten erfüllten den gesamten Burghauser Stadtplatz. Viele Passanten blieben staunend vor dem Stadtsaalgebäude stehen und bewunderten die wilde Schar, von der einige Mitglieder mit einstudierten Bewegungen immer wieder die Glocken lautstark zum Klingen brachten und dabei heftig ihre Knüppel schüttelten.
Am 24. Februar 2025 machten zwölf Kurenten aus dem slowenischen Ptuj in Burghausen Halt. Bekleidet mit zotteligen Schafs- und Hasenfellen sowie furchteinflößenden Masken besuchten sie zunächst das Burghauser Aventinus-Gymnasium. Anschließend ließen sie sich auf dem Stadtplatz bestaunen, ehe sie nachmittags noch einen Abstecher in die Marktler Straße machten. Die Truppe war auf der Durchreise von München zurück nach Ptuj. Auf der Touristik-Messe f.r.e.e., Bayerns größter Reise- und Freizeitmesse, hatten sie am Stand der Burghauser Touristik für ihre Heimatstadt Werbung gemacht. Den Stopp in Burghausen hatte Elisabeth Hübner, Referentin des Burghauser Stadtpartnerschaftsvereins für Ptuj, organisiert.
Als die Kurenten am Stadtplatz eine kleine Pause einlegten, begrüßte Erster Bürgermeister Florian Schneider die Gruppe und ließ sich vom traditionellen Brauchtum der Kurenten erzählen. „Die Glocken, die Kostüme, die Masken – das lässt einen staunen und macht zugleich viel Stimmung“, stellte er fest. „Ich freue mich sehr, dass sich die Gruppe die Zeit genommen hat, um sich und den Brauch in ihrer Partnerstadt vorzustellen.“
Die Kurenten treiben traditionell vom 11. November bis Faschingsdienstag den Winter aus. Das Fest des Frühlings, das Kurentovanje, ist der abschließende Höhepunkt dieser Zeit. Burghausens Partnerstadt Ptuj verwandelt sich dann in einen Karnevalschauplatz, bei dem die Kurenten ihre Glocken und Knüppel schwingen. Das Kurentovanje gibt es seit mehr als 60 Jahren und zählt zu den größten Karnevalsveranstaltungen Sloweniens. Die traditionelle Veranstaltung hat sich in Slowenien längst zum Publikumsmagnet gemausert. „Früher waren nur unverheiratete Männer als Kurenten aktiv“, schildert Elisabeth Hübner. Inzwischen schlüpfen jedoch auch Frauen und Kinder in die Tierfelle und Masken.
Die Hauptaufgabe der Kurenten ist es, böse Mächte und den Winter zu vertreiben. Aus diesem Grund geht bei ihren Umzügen durch die Stadt ein rot bekleideter „Teufel“ voran, der das Vertreiben böser Mächte und des Winters symbolisiert. Zum Höhepunkt des Kurentovanje treffen sich bis zu 1.000 Kurenten in Ptuj – ein wahrlich sehenswertes Spektakel.
Erster Bürgermeister Schneider ließ das Treiben der zwölf Kurenten am Stadtplatz auf sich wirken. „Es ist toll, dass unsere Partnerstadt Ptuj ihre Tradition auch bei uns in Burghausen aufleben lässt.“
Foto: Im Kreise wilder Kerle: Elisabeth Hübner (2 v.l.), Referentin des Burghauser Partnerstadtvereins für Ptuj, Erster Bürgermeister Florian Schneider und Zweiter Bürgermeister Norbert Stranzinger (Mitte), umringt von einigen Ptujer Kurenten mit ihren farbenprächtigen Masken und mächtigen Knüppeln.
Fotocredit: Stadt Burghausen/sast