Viele Kinder nicht umfassend vor Meningokokken geschützt

(akz-o) Millionen von Kindern auf der ganzen Welt verpassen noch immer wichtige Impfungen in ihren ersten Lebensjahren, die sie vor vermeidbaren Infektionskrankheiten schützen könnten. Es fehlt häufig an Aufklärung.

Babys und Kleinkinder sind besonders gefährdet

So wissen viele Eltern beispielsweise nicht, dass es für einen umfassenden Schutz gegen Meningokokken unterschiedliche Impfungen gibt. Sie denken, ihre Kinder seien bereits bestmöglich geschützt, obwohl das vielleicht nicht der Fall ist.
Meningokokken-Erkrankungen sind zwar sehr selten, sie können aber schnell lebensbedrohlich verlaufen und schwere Folgeschäden verursachen. Babys und Kleinkinder unter zwei Jahren sind besonders häufig betroffen, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet ist. Da die Symptome anfangs unspezifisch und grippeähnlich sind, werden Meningokokken-Erkrankungen häufig erst spät diagnostiziert.

Grippeähnliche Symptome erschweren die Diagnose

So erging es Miriams Tochter Hanna. Im Alter von sechs Monaten erkrankte das kleine Mädchen an einer Meningokokken-Meningitis. Erst von der zweiten Kinderärztin wurde sie ins Krankenhaus geschickt und musste sofort auf der Intensivstation behandelt werden. Sie überlebte – zum Glück ohne Folgeschäden. Für ihre Mutter ist diese Zeit der Ungewissheit und der Angst ein Auslöser, über ihre Erfahrungen zu sprechen und Eltern aufzuklären: „Ich wünsche es niemandem, draußen vor der Intensivstation zu stehen und zu bangen, ob das eigene Kind es schafft. Daher sollten andere Eltern wissen, welche Möglichkeiten es gibt, ihre Kinder bestmöglich zu schützen.“

Viele Eltern kennen nur eine Impfung gegen Meningokokken

Standardmäßig wird von der STIKO bislang die Impfung gegen Meningokokken C für alle Kinder im Alter von 12 Monaten empfohlen. Viele Eltern kennen nur diese Impfung. Für einen umfassenden Schutz gibt es jedoch zusätzlich mögliche Impfungen gegen die Gruppen B und ACWY. Diese Impfungen werden von vielen Krankenkassen bereits auf Anfrage erstattet.
Mehr als 60 % der Meningokokken-Fälle in Deutschland werden durch die Gruppe B ausgelöst, gefolgt von Y und C. Eltern sollten ihre Kinder- und Jugendärztin bzw. ihren -arzt so früh wie möglich auf die unterschiedlichen Meningokokken-Impfungen ansprechen und sich beraten lassen. Weitere Informationen unter meningitis-bewegt.de.

Bild: Viele Eltern wissen nicht, dass es mehr als eine Schutzimpfung gegen Meningokokken gibt. Foto: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG/akz-o

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