Überwältigende Hilfsbereitschaft für Flüchtende aus der Ukraine

Landkreis Mühldorf am Inn: Die Hilfsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger im Landkreis für die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine ist überwältigend. Bis Freitag, 18. März, gingen bei der „Koordinierungsgruppe Ukrainehilfe“ im Landratsamt über 550 Angebote für private und dezentrale Unterkünfte ein. „Es ist bewundernswert, wie groß die Unterstützung aus der Bevölkerung ist. Alle sehen die Not, in der sich die Menschen befinden, die unverschuldet ihre Heimat verlassen müssen“, sagt Landrat Max Heimerl.

Die Nachricht, dass die Flüchtenden in dieser Phase vor allem einen Schlafplatz und eine geschützte Unterkunft benötigen, stößt auf breite Resonanz. „Wir werden die Hilfe aus der Bevölkerung auch in den kommenden Wochen und Monaten dringend benötigen“, sagt Landrat Max Heimerl. Der Landkreis rechnet aktuell mit der die Aufnahme von mindestens 1000 Personen. „Setzt Putin seinen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg in dieser Härte fort, werden weitere Städte vollkommen zerstört. Eine Rückkehr in die Heimat ist dann sicher keine Frage von Wochen“, so Heimerl.

Bis Freitag, 18. März 2022, waren im Landkreis 610 Flüchtende registriert (Stand 10.30 Uhr). 428 Personen aus dem Kriegsgebiet sind aktuell in privaten Wohnungen untergebracht, 155 Personen leben in dezentral angemieteten Unterkünften des Landkreises.

Als Drehkreuz für die geordnete Unterbringung und Versorgung der Flüchtenden fungiert seit 8. März 2022 der Kulturhof Mettenheim. Dort hielten sich am Freitag, 18. März 2022, insgesamt 47 Personen auf. Die Neuankömmlinge werden registriert, corona-getestet und erstversorgt. Innerhalb von maximal 48 Stunden erfolgt dann der Umzug in eine private oder dezentral angemietete Unterkunft im Landkreis.

Die „Koordinierungsgruppe Ukrainehilfe“ arbeitet mit Hochdruck daran, die gemeldeten Unterkünfte zu prüfen. „Die Angebote reichen von einem Zimmer im Haushalt bis zu einer Wohnung oder einem leerstehenden Haus“, sagt Geschäftsbereichsleiter Bernhard Wieslhuber, der in der Koordinierungsgruppe für die Unterkunft-Logistik zuständig ist. Mindestanforderungen an den Wohnraum gebe es nicht. „Selbst eine nur vorübergehende Unterbringungsmöglichkeit kann uns die nötige Zeit verschaffen, benötigte längerfristige Unterkünfte zu akquirieren.“

Die Mitarbeiter des Landratsamts vereinbaren zunächst einen Ortstermin mit dem Anbieter, um die gemeldeten Räumlichkeiten zu sichten und zu prüfen. Aufgrund der Fülle an Angeboten, kann es im Einzelfall etwas länger dauern, bis ein Besichtigungstermin vereinbart werden kann. „Wir bitten um Verständnis und Geduld, wenn nicht sofort eine E-Mail-Antwort eintrifft oder ein Anruf erfolgt. Aber es ist uns einfach wichtig, dass wir die Menschen gut untergebracht wissen – besonders vor dem Hintergrund, dass viele Frauen und Kinder unter den Flüchtenden sind“, sagt Landrat Max Heimerl. Wurde die Wohnung besichtigt und für geeignet befunden, kann entsprechend der Angaben des Anbieters eine Aufnahme vermittelt werden.

Bei abgeschlossenen Wohneinheiten besteht seitens des Freistaates Bayern grundsätzlich die Möglichkeit der entgeltlichen Anmietung beim Eigentümer. Die Aufnahme von Flüchtlingen im privaten Wohnraum erfolgt unentgeltlich, jedoch ist bei Bedarf die Auszahlung einer Nebenkostenpauschale möglich. Bei den meisten Angeboten steht laut Landrat Max Heimerl die Frage nach einem finanziellen Ausgleich aber ganz hinten an: „Das zeigt, dass viele Bürgerinnen und Bürger im Landkreis erkannt haben, dass es wahrlich nicht die Zeit ist, sich nur um des Geldes willen zu engagieren.“

Die „Koordinierungsgruppe Ukrainehilfe“ hat die wichtigsten Fragen und Antworten – unter anderem zu den Themen Unterbringung, Aufenthaltsstatus, finanzielle Unterstützung und Arbeitserlaubnis – zusammengefasst und auf der Homepage des Landratsamtes Mühldorf a. Inn unter www.lra-mue.de veröffentlicht.

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