Meilenstein für Pendler aus Mühldorf: Vertrag für neuen Regionalzughalt Poccistraße unterzeichnet
Gute Nachrichten für alle Bahnfahrer aus der Region Inn-Salzach: Die Landeshauptstadt München rückt für Pendler und Reisende aus Mühldorf ein Stück näher. Am 19. Januar 2026 haben der Freistaat Bayern und die Deutsche Bahn den Planungs- und Realisierungsvertrag für den neuen Regionalzughalt Poccistraße unterzeichnet.
Bisher rollen die Regionalzüge aus Mühldorf auf dem sogenannten Südring zwischen dem Ostbahnhof und dem Hauptbahnhof ohne Zwischenhalt durch. Das wird sich in Zukunft ändern. Mit dem neuen Halt am ehemaligen Südbahnhof entsteht eine direkte Umsteigemöglichkeit zum Münchner U-Bahn-Netz, die besonders für Fahrgäste aus Südostbayern massive Zeitvorteile bietet.
Direkter Anschluss an den Münchner Süden
Das Kernziel des Projekts ist eine attraktivere Mobilität durch erweiterte Reiseverbindungen. Für Fahrgäste aus Mühldorf, Rosenheim und dem Chiemgau bedeutet der neue Halt:
- Direktes Umsteigen: Ein bequemer Wechsel zu den U-Bahnlinien U3 und U6 wird möglich.
- Zeitersparnis: Der Münchner Süden (Sendling/Isarvorstadt) ist schneller erreichbar, da der Umweg über den Hauptbahnhof oder den Ostbahnhof entfällt.
- Entlastung der Knotenpunkte: Die oft überfüllten Bahnhöfe Marienplatz, Hauptbahnhof und Ostbahnhof werden spürbar entlastet.
- Zukunftssicherheit: Der Halt ermöglicht künftig auch eine Anbindung an die geplante U-Bahnlinie U9.
Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter betont die Bedeutung des Projekts: „Das ist ein starkes Signal für die moderne und umweltfreundliche Mobilität! Wir legen damit die Grundlage für eine bessere Verknüpfung des Nahverkehrs im Großraum München.“
Der „Südbahnhof“ kehrt zurück
Der Standort hat Geschichte: Seit Juni 1985 halten am alten Südbahnhof keine Personenzüge mehr. Früher war er ein zentraler Drehkreuz für den Güterverkehr zum städtischen Viehhof und zur Großmarkthalle. Mit dem neuen Projekt kehrt der Personenverkehr nach über 45 Jahren Stillstand zurück.
Parallel zum Bau des Regionalzughalts verlagert die Bahn den Güterverkehr verstärkt in den Norden, was zusätzlich die Anwohner entlang des Südrings entlasten soll.

Moderne Ausstattung und Barrierefreiheit
Der neue Halt wird als moderner Mittelbahnsteig direkt in das bestehende Gleisbett integriert – eine bauliche Herausforderung, die während des laufenden Betriebs bewältigt werden muss.
Die technischen Fakten auf einen Blick:
- Bahnsteiglänge: 340 Meter (geeignet für lange Regionalzüge).
- Barrierefreiheit: Erschließung über Aufzüge und feste Treppen.
- Zugang: Eine neue Unterführung von der Lindwurmstraße her (direkt beim Kreisverwaltungsreferat – KVR). Ein zweiter Zugang wird von der Landeshauptstadt München mitfinanziert.
- Komfort: Ein 72 Meter langes Bahnsteigdach bietet Schutz vor Witterung.
Kosten und Zeitplan
Die Gesamtkosten für das Projekt werden auf rund 96 Millionen Euro beziffert. Da die Kosten-Nutzen-Untersuchung sehr positiv ausfiel, ist das Vorhaben für eine Förderung durch den Bund angemeldet.
Heiko Büttner, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für Bayern, vergleicht den neuen Halt mit einer „zusätzlichen Arterie im Münchner Verkehrsnetz“, die das gesamte System stabiler und attraktiver mache.
Gedulden müssen sich die Fahrgäste allerdings noch ein wenig: Die Inbetriebnahme des Regionalzughalts Poccistraße ist für Anfang der 2030er Jahre geplant.
Beitragsbild: Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter, Ulrich Lange, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, und Heiko Büttner, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für den Freistaat Bayern. © StMB/Winszczyk