Frank Springer

Als Frank Springer am 25. Juni 2015 im Alter von 69 Jahren starb war viel über sein Wirken als Kommunalpolitiker zu lesen. Frank Springer war aber nicht nur Kommunalpolitiker, sein ganzes Leben lang widmete er sich auf vielfältige Weise dem Ehrenamt.

In seinen letzten Lebensjahren galt seine besondere Aufmerksamkeit dem Inn-Salzach-Euregio Jugendorchester. Als die Organisatoren ihn 2009 fragten den Vorsitz zu übernehmen sagte er nicht nur spontan „JA“, er machte sich sofort daran, ein Konzert in der slowenischen Küstenstadt Piran zu organisieren und Sponsoren dafür aufzutreiben. 2014 organsierte er eine zweite Orchesterfahr nach Piran, bei der er aber aus gesundheitlichen Gründen schon nicht mehr dabei sein konnte.

Piran 2011, ganz rechts im Bild Frank Springer

Thomas Breitsameter, Projektleiter auf bayerischer Seite des Inn-Salzach-Euregio Jugendorchesters schrieb im Programmheft 2015 des Orchesters:

Unser Erster Vorsitzender Frank Springer ist am Donnerstag, den 25. Juni 2015 verstorben.
Unermüdlich war er für „sein“ Orchester im Einsatz, immer auf der Suche nach Sponsoren und Möglichkeiten, unserem jungen Klangkörper Auftrittsmöglichkeiten und die dringend notwendige Unterstützung zu verschaffen.
Bereits in seiner Zeit als Neuöttinger Bürgermeister, als er noch nicht unsere Vorsitzender war, unterstützte er das Orchester auf vielfältige Weise: Er engagierte das Orchester für Neuötting, seither ist das Konzert ein fester Bestandteil unser Tournee, er kaufte eine große Anzahl unserer CDs, die er dann als Geschenk an Freunde und Bekannte zu Weihnachten verteilte und er rief immer wieder Sponsoren auf, das Inn-Salzach-Euregio Jugendorchester zu unterstützen.
In seine Amtszeit fiel als eines der herausragenden Resultate seiner Anstrengungen für unser Projekt die Verleihung des Bürgerkulturpreises des Bayerischen Landtags durch Frau Landtagspräsidentin Barbara Stamm im Dezember 2012.
Unvergessen sind uns allen die Piranfahrt 2011 mit Open Air Konzert auf dem Tartiniplatz, die er uns durch seine hervorragenden Kontakte ermöglicht hat und an der er zusammen mit seiner Frau Rosl mit Begeisterung teilnahm. Für den Oktober 2014 hatte er wieder genügend Sponsoren gefunden, um eine weitere Fahrt in sein geliebtes Piran zu organisieren. Leider ließ es Frank Springers Gesundheitszustand nicht mehr zu, dass er selbst an dieser Fahrt teilnehmen konnte.
Und zuletzt war es sein Wunsch, dass man ihm keine Kränze auf sein Grab legt, sondern statt dessen dafür dem Inn-Salzach-Euregio Jugendorchester eine Spende zukommen lässt.
Lieber Frank, wir danken dafür, dass Du Dich über die Jahre hin für die Belange unseres Orchesters eingesetzt hast und zu jeder Zeit hundertprozentig hinter uns gestanden bist. Wir danken Dir, dass Du uns nicht nur eine guter Vorsitzender unseres Inn-Salzach-Euregio Jugendorchester warst, sondern auch ein wunderbarer Freund.
Lieber Frank, wir werden Dich sehr vermissen und Dir ein ehrendes Andenken bewahren.

Albert Ortig, Bürgermeister der Stadt Ried im Innkreis schrieb dazu:

Die vielfältigen Initiativen der Inn-Salzach-Euregio tragen dazu bei, ein Europa des Miteinander zu gestalten und musikalischen Nachwuchstalenten aus den Landkreisen und Bezirken unserer Euregio Möglichkeiten zu bieten, grenzüberschreitend bei Konzertauftritten mitzuwirken.
Diese Miteinander unserer Jugend war auch dem erst vor wenigen Wochen verstorbenen Vorsitzenden Frank Springer ein großes Anliegen, unermüdlich engagierte er sich seit Jahren für unser Jugendorchester. Ich durfte Frank Springer bereits vor vielen Jahren als Bürgermeisterkollege kennen lernen, sein plötzlicher Tod hat mich tief erschüttert.

Frank Springer mit dem Inn-Salzach-Euregio Jugendorchesters im Stadtsaal Neuötting
Bei der Konzerttournee 2015 verabschiedete sich das Inn-Salzach-Euregio Jugendorchesters mit dem Dirigenten Tobias Wögerer von Frank Springer.

Nach Jahren als Stadtrat und 2. Bürgermeister in Neuötting wurde der Gymnasiallehrer Frank Springer 1996 zum Ersten Bürgermeister gewählt. Zwei Amtsperioden lang, bis 2008 blieb er Bürgermeister. In seine Amtszeit fielen mehrere große Baumaßnahmen, so schloss er den Rathaus-Umbau mit dem herrlichen Konzertsaal ab und gestaltete den Neuöttinger Stadtplatz neu.

Von 2003 bis 2013 war Frank Springer oberbayerischer Bezirksrat. Zu seiner Verabschiedung veröffentliche der Bezirkstag:

„Der engagierte Kommunalpolitiker Frank Springer wird wie kein anderer im Gedächtnis der Bezirksverwaltung bleiben, führte Bezirkstagspräsident Josef Mederer augenzwinkernd in seiner Laudatio auf den scheidenden Bezirksrat Springer aus: „kein Bezirkstagsmitglied kennt die Mitarbeiter in der Prinzregentenstraße so gut wie er!“ Mederer erklärte das so: „Um sicher zu sein, bei der langen Fahrzeit aus Altötting pünktlich da zu sein, hat er sich immer eine gehörigen Zeitpuffer eingebaut – und diese Zeit dann in geselligen Runden im Casino verbracht!“ Dies führte dazu, dass Springer in die Ausschusssitzungen nicht nur besonders gut vorbereitet kam, sondern oft auch Hintergrundwissen mitbrachte, das sonst noch niemand hatte. Springer brachte sich im Rechnungsprüfungsausschuss ein und war Mitglied im Ausschuss für Bau, Umwelt und Energie, im Kulturausschuss und dem Kloster Seeon-Ausschuss. Außerdem war er Vertreter des Bezirks in der Verbandsversammlung des Verbands der bayerischen Bezirke und in der Delegiertenversammlung des Zentrums für Kinder- und Jugendliche Inn-Salzach e.V. (Altötting).“

Für sein kommunalpolitisches Engagement wurde Bezirksrat Frank Springer (rechts) von Bezirkstagspräsident Josef Mederer mit der Bezirksmedaille geehrt. (Foto: Bezirk Oberbayern)

Eine große Trauergemeinde verabschiedete Frank Springer in einem Gottesdienst mit viel Musik statt vieler Worte, schrieb der Lions Club Neuötting, dem Frank Springer angehört:

„Pfarrer Michael Witti erinnerte an den Menschen, der in der Erinnerung das Bild eines Mannes mit einem „strahlenden, herzlichen Lächeln“ hinterlässt. Witti sprach von dem gesundheitlichen Auf und Ab des letzten Jahres. Im Januar hatte Springer sich auf die Intensivstation des Krankenhauses begeben müssen, jeder Atemzug sei eine Qual gewesen, sagt Witti, und dennoch habe Springer eine große „Ruhe in seinem Blick“ gehabt: „Ohne Worte hat er beim Abschied im Januar lange meine Hand gehalten“, beschrieb Witti diesen Augenblick. Danach sei es aber wieder aufwärts gegangen, nach einer Reha sei es Springer wieder besser gegangen. So habe er am Abend zuvor im Krankenhaus mit seiner Rosl noch „gegessen und gelacht, ihr habt Euch noch verabschiedet“ – und dann habe in der Nacht ohne äußere Anzeichen sein Herz aufgehört zu schlagen. Man sei überfordert gewesen, „weil er doch so schnell ging“ – und man konnte nur noch „betend und schweigend“ Abschied nehmen von „diesem wunderbaren Menschen“, sagte Witti. Nach dem Medizin- und Lehramtsstudium hatte Springer sich der Kommunalpolitik zugewandt und hier maßgebliche Entscheidungen getroffen, so Witti. Doch es war vor allem seine „ganz persönliche Art im Umgang mit Menschen, die den Frank zu einem unverwechselbaren Menschen machten“. Und was Springer „den Menschen in den Vereinen, den vielen politischen Weggefährten wirklich bedeutet hat, das kann kein Mensch in Worte fassen, dafür war sein Leben zu groß, zu vielfältig“. Schon im Januar habe Springer ihn wissen lassen: „Er wollte am Ende keine großen Worte, aber er wusste um die bleibende Verbundenheit mit seinen Freunden – der Musik, die ihm so viel bedeutet hat.“ Und so forderte Witti die Trauergemeinde auf, sich von der Musik helfen zu lassen, noch einmal „still zurückzuschauen“ auf die Begegnungen mit Frank Springer.“

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