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Bevölkerungswachstum: Was kommt auf Mühldorf zu?

Eine Studie zeigt: Mühldorf wird wachsen – und zwar deutlich. Gleichzeitig wird die Bevölkerung älter. Wie viel Bevölkerungswachstum kann der Landkreis verkraften?

Bayern muss sich laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung auf einen deutlichen Anstieg der Bevölkerungszahl vorbereiten. Der Vorausberechnung zufolge sollen bis 2040 600.000 Personen hinzukommen. Das wäre ein Plus von 4,4 Prozent, der Freistaat hätte dann 13,71 Millionen Einwohner. Ein besonders starker Zuwachs sei im Landkreis Mühldorf zu erwarten.

Uneinheitliches Bevölkerungswachstum in Bayern

Insgesamt habe Bayern – verglichen mit dem restlichen Bundesgebiet – mit einem überdurchschnittlichen Bevölkerungszuwachs zu rechnen. Ein Blick auf die Zahlen zeigt jedoch innerhalb des Bundeslandes deutliche regionale Unterschiede: Während Teile Nordbayerns sogar schrumpfen sollen, wird für Altbayern ein sehr starker Zuwachs erwartet. In der Landeshauptstadt München soll die Bevölkerungszahl weitestgehend stabil bleiben. In zwei Landkreisen soll der Zuwachs sogar über zehn Prozent liegen: Kelheim und Mühldorf a. Inn. 

Problematisch ist dabei die Entwicklung der Bevölkerungsstruktur. Denn gleichzeitig soll die Bevölkerung schnell und deutlich altern. Die Zahl der Menschen, die potentiell einer Arbeit nachgehen könnten, soll bereits in den nächsten Jahren drastisch zurückgehen. Die Bertelsmann-Stiftung erwartet einen Rückgang um fast acht Prozent. Gleichzeitig werde die Zahl der ab 80-Jährigen kontinuierlich zunehmen. Die Versorgung einer wachsender Zahl Alter ruht also auf den Schultern immer weniger Junger.

Kann Mühldorf mit dem Bevölkerungswachstum umgehen?

Mühldorf soll den Forschern zufolge unter den Landkreisen den stärksten Zuwachs erleben. Genauer gesagt soll der Landkreis von 116,500 auf 129,900 Einwohner anwachsen. Das wäre eine Steigerung um 11,5 Prozent. Um das Ganze etwas anschaulicher darzustellen: Der Landkreis wird um zwei Neumarkt-St. Veits wachsen. 

Eine Entwicklung, die nicht unproblematisch ist. Denn auf eine Geburtenexplosion lässt sich das Wachstum nicht zurückführen. Das Staatsinstitut für Familienforschung an der Universität Bamberg schreibt hierzu: „Im Jahr 2022 kamen auf 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner in Bayern 6,9 Geburten von Müttern deutscher Staatsangehörigkeit.“ Das Mühldorfer Wachstum wird sich also in erster Linie durch Zuwanderung aus München, dem restlichen Bundesgebiet, aber auch und vor allem aus dem Ausland speisen. Um dem Zuzug Herr zu werden, muss die entsprechende Infrastruktur bereitgestellt werden: Schulen, Kita-Plätze, Krankenhausbetten, Betreuungsangebote für Senioren. Zudem muss gebaut werden, hier kann man sich wohl auf Flächenversiegelung im großen Stil einstellen. Auch ein höherer Ausländeranteil an den Schulen und im Alltag ist etwas, worauf sich die Mühldorfer einstellen dürfen. 

Das Problem der alternden Bevölkerung wird Zuwanderung aus dem Ausland nur bedingt abmildern, wenn man aktuelle Daten als Hinweis nimmt. Von den 1,14 Millionen Ukrainern, die seit Kriegsbeginn nach Deutschland gekommen sind, gingen laut Bundesagentur für Arbeit nur 172.000 einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nach. Laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gab es zur Jahresmitte 576 747 Bürgergeldempfänger mit Familie. 62 Prozent davon sind keine deutschen Staatsbürger.

Bild: © tookapic auf Pixabay

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