Nachrichten aus Bayern

Bayern holt bei der Windenergie kräftig auf

Bayern ist seit Jahren führend beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Auch die Windenergie gewinnt deutlich an Dynamik: Ende 2025 waren 1.169 Anlagen mit rund 2,7 GW in Betrieb. 2025 wurden Genehmigungen für 198 Anlagen (1,3 GW) erteilt; zugleich befinden sich 743 Anlagen (4,7 GW) im Genehmigungsverfahren. 290 genehmigte Anlagen sind noch nicht in Betrieb, 113 davon benötigen einen Zuschlag in künftigen EEG-Ausschreibungen der Bundesnetzagentur. Die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) planen, bis 2030 etwa 500 WEA im Staatswald ermöglicht zu haben. Davon sind 104 in Betrieb, 27 im Bau und 160 WEA bereits durch Standortsicherungsverträge gesichert.

Alle Planungsverbände schreiben die Regionalpläne fort oder haben das bereits getan, um weitere Flächen zu sichern. Stand Ende Januar 2026 sind 0,84 % der Landesfläche über Vorrang- oder Vorbehaltsgebiete rechtskräftig gesichert. Sieben der 18 Regionalen Planungsverbände haben das Erreichen des Flächenbeitragswerts zum 31.12.2027 laut Windenergieflächenbedarfsgesetz (WindBG) bereits festgestellt oder planen dies in Kürze.

Die positiven Antrags- und Genehmigungszahlen drohen jedoch aufgrund zu niedriger Ausschreibungsvolumina und stark gesunkener Zuschlagswerte ins Leere zu laufen. In der Ausschreibung vom 1. November 2025 erhielt weniger als die Hälfte der bayerischen Projekte einen Zuschlag. Für das Jahr 2026 erwarten Experten eine weitere Verschärfung der Wettbewerbssituation. Strukturelle Wettbewerbsnachteile – insbesondere kleinere Projektgrößen, begrenzte Skaleneffekte und höhere Infrastrukturkosten – beeinträchtigen die Wirtschaftlichkeit bayerischer Vorhaben. Die systemischen Vorteile eines verstärkten Windenergieausbaus in Süddeutschland werden im aktuellen Förderrahmen nicht angemessen berücksichtigt.

Vor diesem Hintergrund hat die Staatsregierung eine Bundesratsinitiative eingebracht, die am 6. März 2026 im Bundesrat erstmals behandelt und zur weiteren Beratung in die zuständigen Ausschüsse überwiesen wurde. Es zeichnet sich eine große Zustimmung aus den anderen Bundesländern ab. Kernpunkte sind eine Wind Sonderausschreibung 2026 mit 5 GW und zusätzliche Volumina ab 2027, Klarheit bei den Flächenzielen bis 2032 sowie die Weiterentwicklung des Referenzertragsmodells zur Sicherstellung eines regional ausgewogenen Zubaus. Im anstehenden Verfahren zur EEG-Novelle und zum Netzanschlusspaket setzt sich Bayern für ein zukunftsfähiges Förderregime zur Stärkung des Windenergieausbaus ein.

Beitragsbild: Image by Christine Schmidt from Pixabay

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