Hubert Aiwanger ist tot. Die Obduktion ergab keine Hinweise auf Fremdverschulden. Ermittlungen zu den Todesursachen dauern an. Für die Freien Wähler stellt sich die Frage, wie es nach dem Tod des Vorsitzenden weitergeht.
Der stellvertretende Ministerpräsident des Freistaates Bayern, Hubert Aiwanger, ist tot. Er wurde am frühen Abend des 4. November 2026 in seinem Zimmer des Hotels Neuer Fritz in Berlin-Mitte aufgefunden.
Die Staatsanwaltschaft Berlin und die 6. Mordkommission des Landeskriminalamts Berlin haben ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Die Behörden wollen die konkrete Todesursache und den Hergang des Todes herauszufinden sowie ein mögliches Fremdverschulden auszuschließen.
Aiwanger sollte bei der Eröffnung des Berliner Parteibüros der Freien Wähler sprechen. Medienberichten zufolge sagte er seine Teilnahme aus gesundheitlichen Gründen ab.
Hubert Aiwanger hinterlässt seine Partnerin Tanja Schweiger sowie die beiden gemeinsamen Söhne Laurenz (geboren 2012) und Adrian (geboren 2016).
Bisher keine Hinweise auf Fremdverschulden
Am Vormittag des 5. Novembers fand in Berlin-Mitte die Obduktion statt. Das vorläufige Ergebnis der Obduktion ergab keine Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden. Im Rahmen des Todesermittlungsverfahrens stehen noch weitere gerichtsmedizinische Untersuchungen an.
Die Ermittlungen laufen jedoch weiter Das Hotelzimmer wurde laut Bild-Zeitung von der Kriminaltechnik und Mitarbeitern der Analytischen Task Force Deutschland untersucht. Sie sollen dabei erfolglos nach Gas und Gefahrstoffen gesucht.
Freier Wähler stehen vor großen Herausforderungen
Hubert Aiwanger kam am 26. Januar 1971 in Ergoldsbach zur Welt. Er studierte Agrarwissenschaften an der Fachhochschule Weihenstephan. Nach seinem Abschluss im Jahr 1995 engagierte er sich zunehmend politisch.
2001 trat er den Freien Wählern bei. 2006 übernahm er den Landesvorsitz in Bayern. Unter seiner Führung zog die Partei 2008 erstmals in den Bayerischen Landtag ein. Aiwanger übernahm 2010 den Bundesvorsitz der Partei. Seit 2018 regieren die Freien Wähler in Bayern in einer Koalition mit der CSU.
Aiwanger übernahm das Amt des stellvertretender Ministerpräsident Bayerns und Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie. Zudem ist er Bundesvorsitzender der Freien Wähler.
Die Freien Wähler stehen jetzt vor der großen Herausforderung, das Erbe Aiwangers fortzuführen. Der Vorsitzende war als Gallionsfigur ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Partei.
Mit der Eröffnung des Berliner Büros sollte dieser Erfolg jetzt auch auf Bundesebene fortgesetzt werden. Das langfristige Ziel war der Einzug in den Bundestag.
Bild: © StMWi/R.Dier