Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat die Aussagen des Berliner Queer-Beauftragten Alfonso Pantisano, wonach Islamisten eine religiöse Untergruppe seien, die mit anderen ‚Konservativen‘ und Rechtsextremen ein Problem mit der queeren Community hätten, als „unerträglichen Unsinn“ bezeichnet.
„Wer Konservative und islamistische Terroristen in einen Topf wirft und in einem Atemzug mit Rechtsextremisten als größte Gefahr bezeichnet, der hat seinen Job verfehlt und verkennt völlig, von wem hier eigentlich die Gefahr ausgeht. Herr Pantisano hat den Menschen, die er vermeintlich vertritt, einen Bärendienst erwiesen: Er relativiert und verharmlost den islamistischen Terror. Islamisten sind keine Konservativen, sie sind Hassprediger und Mörder.“ Auch ähnliche Äußerungen aus der Linkspartei, dass rechte und konservative Akteure den Boden für Angriffe wie auf den Christopher Street Day in Berlin bereiteten, bezeichnete Herrmann als unsäglich. „Es ist unfassbar, Terroristen und Massenmörder auf eine Stufe mit konservativen Gläubigen zu setzen.“
Herrmann erinnerte an das von ihm initiierte Bayerische „Dialogforum Religion und Integration“ mit Vertreterinnen und Vertreter von Religionsgemeinschaften, Hochschulen, Institutionen des interreligiösen Dialogs, Verwaltung und Politik, das zuletzt am 6. Juli eine gemeinsame Erklärung in München vorgestellt hat. In der Erklärung haben sich alle Unterzeichner zusammen gegen Hass, Hetze und Diskriminierung ausgesprochen und Antisemitismus, Muslimfeindlichkeit und jegliche Form von Intoleranz gegenüber Menschen verurteilt, die ein religiöses Bekenntnis haben. Sie alle würden in ihrem Bemühen um gegenseitigen Respekt, um Toleranz und Verständigung mit solchen Vergleichen und Äußerungen vor den Kopf gestoßen, so Herrmann.
Beitragsbild: Joachim Herrmann © Bayerisches Innenministerium