Großrazzia gegen Kinderpornografie: Kriminalpolizei durchsucht 12 Objekte in den Landkreisen Mühldorf und Altötting

Landkreise Mühldorf am Inn/Altötting. Mit einer groß angelegten Durchsuchungsaktion ist die Kriminalpolizei Mühldorf gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Traunstein gegen den Verdacht des Besitzes und der Verbreitung von Kinder- und Jugendpornografie vorgegangen. Am Donnerstag (23. Juli) wurden insgesamt zwölf Objekte in den Landkreisen Mühldorf und Altötting durchsucht. Dabei stellten die Ermittler zahlreiche elektronische Datenträger sicher.

Elf Beschuldigte im Fokus der Ermittlungen

Die konzertierte Aktion richtete sich gegen elf männliche Beschuldigte im Alter zwischen 18 und 67 Jahren. In einem weiteren Ermittlungsverfahren wurde zudem ein 13-jähriges Kind als Tatverdächtiger ermittelt.

Rund 25 Polizeibeamtinnen und -beamte der Kriminalpolizei Mühldorf wurden dabei von Kräften der Kriminalpolizei Traunstein sowie der Zentralen Einsatzdienste (ZED) Traunreut unterstützt. Grundlage der Maßnahmen waren richterliche Durchsuchungsbeschlüsse, die auf Antrag der Staatsanwaltschaft Traunstein erlassen worden waren.

Umfangreiches Beweismaterial sichergestellt

Bei den Durchsuchungen stellten die Ermittler zahlreiche Mobiltelefone, Computer und weitere elektronische Speichermedien sicher. Diese werden nun von IT-Forensikern ausgewertet. Erst nach Abschluss dieser Untersuchungen wird sich zeigen, ob sich der Tatverdacht bestätigt und in welchem Umfang strafrechtlich relevante Inhalte vorhanden sind.

Die weiteren Ermittlungen führt die Kriminalpolizei Mühldorf unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein.

Polizei und Justiz setzen auf spezialisierte Ermittlungsgruppen

Zur Bekämpfung von Straftaten im Zusammenhang mit Kinder- und Jugendpornografie hat das Polizeipräsidium Oberbayern Süd in den vergangenen Jahren eigene Arbeitsgruppen Kinderpornographie bei den Kriminalpolizeiinspektionen sowie der Kriminalpolizeistation Mühldorf eingerichtet.

Diese spezialisierten Ermittler arbeiten eng mit den Staatsanwaltschaften sowie dem Zentrum zur Bekämpfung von Kinderpornographie und sexuellem Missbrauch im Internet (ZKI) der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg zusammen. Auch bei der Staatsanwaltschaft Traunstein befassen sich eigens dafür eingesetzte Staatsanwältinnen mit diesen Delikten.

Zahl der registrierten Fälle rückläufig

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd wurden im Zuständigkeitsbereich im Jahr 2025 insgesamt 729 Straftaten im Zusammenhang mit pornografischen beziehungsweise kinder- und jugendpornografischen Inhalten registriert. Im Jahr zuvor waren es noch 911 Fälle. Das entspricht einem Rückgang von rund 20 Prozent.

Trotz dieser Entwicklung betonen Polizei und Staatsanwaltschaft, dass der Kampf gegen die Verbreitung entsprechender Inhalte weiterhin hohe Priorität besitzt. Hinter jedem einzelnen Fall stünden betroffene Kinder und Jugendliche, deren Missbrauch durch die Verbreitung solcher Aufnahmen fortgesetzt werde.

Hintergrund

Kinder- und jugendpornografische Inhalte werden heute überwiegend über Messenger-Dienste, soziale Netzwerke oder Internetplattformen verbreitet. Bereits der Besitz solcher Dateien ist strafbar. Ermittlungen beginnen häufig durch internationale Hinweise oder Auswertungen spezialisierter Ermittlungsstellen. Sichergestellte Datenträger werden anschließend von IT-Forensikern aufwendig analysiert, um mögliche Straftaten nachzuweisen und weitere Täter oder Netzwerke zu identifizieren.

Die Staatsanwaltschaft Traunstein und die Kriminalpolizei Mühldorf bewerten die koordinierte Durchsuchungsaktion als wichtigen Erfolg im Kampf gegen die Verbreitung von Darstellungen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen. Gleichzeitig weisen die Ermittlungsbehörden darauf hin, dass für alle Beschuldigten bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung gilt.

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