Mühldorfs Streuobstbäume: Alte heimische Sorten (wieder-)entdecken

„Fünf Jahre Bayerischer Streuobstpakt“ bot Anlass, im Rahmen eines Streuobstpakt-Infotags im Senatssaal des Bayerischen Landtags positive Bilanz zu ziehen.
Zahlreiche Vertreter aus Verbänden und Behörden präsentierten sich bei der Jubiläumsveranstaltung und zeigten ihre Aktivitäten und Projekte zur Umsetzung des Bayerischen Streuobstpaktes. Auch der Landschaftspflegeverband Mühldorf e. V. (LPV Mühldorf) war mit seinem Projekt „Mühldorfs Streuobstb/träume“ vertreten.

Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Umweltminister Thorsten Glauber und Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber würdigten in ihren Grußworten die Arbeit der
Akteure, mit deren Hilfe bisher über 250.000 neue Streuobstbäume gepflanzt und rund 125.000
bestehende Streuobstbäume durch entsprechende Pflege erhalten werden konnten. Damit habe
man einen großen Schritt gemacht, das ambitionierte Ziel des Streuobstpaktes, den bereits stark
dezimierten Streuobstbestand zu erhalten und bis 2035 eine Million zusätzliche Streuobstbäume
in Bayern zu pflanzen, zu erreichen. Zusammen mit den Partnern aus Landwirtschaft und
Naturschutz betonten sie die immense Bedeutung der bayerischen Streuobstwiesen als Hotspot
der Artenvielfalt. Mit bis zu 5.000 verschiedenen Tier- und Pflanzenarten seien die bayerischen
Streuobstwiesen die „Korallenriffe Bayerns“, so Umweltminister Thorsten Glauber. Zudem
leisteten Streuobstwiesen einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und seien bedeutende
Refugien alter Obstbaumsorten zur Sicherung einer genetischen Vielfalt.
Streuobstwiesen sind gelebte Kulturlandschaft, so auch im Landkreis Mühldorf. Zum Erhalt und
Förderung dieses ökologischen, wie kulturellen „Schatzes“ unterstützt der LPV Mühldorf a. Inn
e.V. über sein Projekt „Mühldorfs Streuobstb/träume“ die Pflege und Pflanzung traditioneller
Obstbaumsorten und deren nachhaltige Nutzung. Mit einer breiten Auswahl regionaler
Streuobstprodukte lokaler Streuobstverwerter und repräsentativem Ausstellungsmaterial zeigte
sich der LPV Mühldorf a. Inn e.V. am Infotag im Landtag. Umweltminister Thorsten Glauber und
Landtagsabgeordneter Sascha Schnürer informierten sich in konstruktiven Gesprächen über die
konkreten Projektinhalte und Umsetzungsstrategien des Projektes. Denn der Fokus des Projektes
liegt nicht nur auf den über Mittel des Freistaates Bayern geförderten Pflanzungen und Pflege von
Streuobstbeständen. Vielmehr sollen im Rahmen von „Mühldorfs Streuobstb/träumen“ alte
Regionalsorten (wieder-)entdeckt und ihre Verbreitung gestärkt sowie eine Liste regionaltypischer
Landkreissorten entwickelt werden.

(Foto: LPV)

Alte heimische Sorten (wieder-)entdecken – Mühldorfs Streuobstbäume

Mit der „Schönberger Zwetschge“ verfügt der Landkreis Mühldorf über eine eigene Lokalsorte,
sozusagen einen typischen „Mühldorfer Streuobstbaum“. Darüber hinaus gibt es weitere Sorten,
die für den Landkreis Mühldorf charakteristisch erscheinen, wie z. B. die Apfelsorte
„Marschanzker“ oder der Apfelbaum Jakob Fischer.
Beim letztjährigen Apfeltag im Kulturbahnhof der Stadt Neumarkt-St. Veit konnten zudem über
100 verschiedene Apfelsorten aus dem Landkreis bestimmt werden. Darunter finden sich
klassische Streuobstsorten, wie der Rote Eiserapfel, aber auch z.T. bis zu 100 Jahre alte
Obstbäume, die die früheren Streuobstsorten im Landkreis widerspiegeln, wie Beutelspacher
Renette, Boikenapfel, Rheinischer Bonapfel und Weißer Wintertaffetapfel. Auch in diesem Jahr
können Sie am Apfeltag im Kulturbahnhof am 18. Oktober 2026 sowohl Äpfel als auch Birnen von
den Pomologen vor Ort bestimmen lassen. Bringen Sie dazu mindestens 5 unversehrte und für
ihren Baum typische Äpfel bzw. Birnen, am besten in Papiertüten, mit und geben Sie in den
ausliegenden Listen bitte das ungefähre Alter des Baumes mit an, denn vor allem die alten
Obstbäume sind für die Erstellung einer Landkreissortenliste von großer Bedeutung. Und
vielleicht entdecken wir ja auch neue, bisher unbekannte Regionalsorten.

Helfen Sie uns, alte heimische Sorten zu entdecken

Wir suchen: den ältesten Obstbaum im Landkreis: wissen Sie, wie alte ihr Obstbaum ca. ist?
Vielleicht gibt es ja eine nette Geschichte zu seinem Leben?
Wir suchen: den größten Obstbaum im Landkreis: wo steht der größte Obstbaum im Landkreis
Mühldorf? Wie mächtig sind Krone und Stammumfang?
Wir suchen: den artenreichsten Obstbaum im Landkreis: wer hat die meisten Astlöcher,
Baumhöhlen, Nistplätze, …? Wer lebt in und um und von dem Baum?
Wir suchen: den Obstbaum mit seinem eigenen „Back- oder Kochrezept“: haben Sie ein leckeres
Rezept, was Sie speziell nur aus den Äpfeln oder Birnen, Zwetschgen oder Kirschen ihres alten
Obstbaumes machen?Lassen Sie es uns wissen und schreiben Sie uns oder rufen Sie uns an, damit wir Mühldorfs
Streuobstbäume erkennen und kennen lernen.
Sie haben alte Streuobstflächen und benötigen Hilfe bei der Pflege? Oder haben Interesse an der
Neupflanzung hochstämmiger Obstbäume traditioneller Obstbaumsorten?
Dann melden Sie sich gerne unter: a.jackl@lpv-mühldorf.de oder Tel.: 08631 / 699 557.
Weitere Informationen finden sie auf der Homepage des Landschaftspflegeverbandes Mühldorf
am Inn e.V.: www.lpv-muehldorf.de

Beitragsbild: Der LPV Mühldorf im Austausch mit Umweltminister Thorsten Glauber und
Landtagsabgeordneten Sascha Schnürer beim Streuobstpakt-Infotag im Bayerischen Landtag.
(v.l. Alexander Jackl, Streuobstprojektleiter LPV, Umweltminister Thorsten Glauber, Sarah Lindner
und Esther Lindner, Geschäftsführung LPV, MdL Sascha Schnürer) (Foto: StMUV)

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