Die geringen Niederschläge in Bayern haben in verschiedenen Regionen bereits zu ersten Niedrigwasser-Situationen geführt. Das betonte Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber heute in München im Hinblick auf den aktuellen Bericht des Niedrigwasser-Informationsdienstes: „In den zurückliegenden Wochen hat es deutlich zu wenig geregnet. Im April 2026 betrug der Flächenniederschlag für Bayern nur 17 Millimeter.
Die Behörden beobachten die Wassersituation genau. Um Nordbayern mit ausreichend Wasser aus dem Süden zu versorgen, setzen wir in Bayern bei Bedarf auf unser Überleitungssystem.“ Aktuell zeigen 90 Prozent der Fließgewässermessstellen sowie 67 Prozent der oberflächennahen Grundwassermessstellen sowie Quellen niedrige Verhältnisse. An knapp 30 Prozent der beobachteten Seen und Speicher werden für die Jahreszeit niedrige Wasserstände und an fast 20 Prozent sehr niedrige Wasserstände registriert.
Die Überleitung ist im Bedarfsfall eine entscheidende Stütze des Wasserausgleichs zwischen Süd- und Nordbayern. Im Rahmen des Systems werden über den Main-Donau-Kanal zusammen mit dem Fränkischen Seenland die Flusssysteme von Regnitz und Main bei Trockenheit mit zusätzlichem Wasser aus Donau und Altmühl versorgt. Die Überleitung stützt neben den Gewässern und ihrer Ökologie auch die Grundwasservorkommen in Nordbayern. Im Mittel werden etwa 150 Millionen Kubikmeter pro Jahr nach Nordbayern geleitet. Derzeit werden noch keine größeren Mengen übergeleitet, da die Pegel in Nordbayern dies noch nicht erfordern.
Auch die bayernweit sichere Versorgung mit Trinkwasser soll weiter gestärkt werden. Glauber: „Unser Wasser ist einem dauerhaften Stresstest ausgesetzt. Im neuen Bayerischen Wassergesetz haben wir deshalb geregelt, dass Wasserentnahmen zum Zweck der öffentlichen Trinkwasserversorgung Vorrang vor anderen Nutzungen haben. Daneben setzen wir auch weiterhin auf unsere umfassende Strategie ‚Wasserzukunft Bayern 2050‘.“ Im Rahmen des Projekts „SüSWasser“ werden derzeit verschiedene Handlungsoptionen zur Stärkung der Fernwasserversorgung geprüft und konkrete Maßnahmen umgesetzt.
Daneben setzt sich Bayern in der anstehenden Umweltministerkonferenz dafür ein, die Wasserresilienz in Deutschland insgesamt nachhaltig zu stärken und die Vorsorge weiter zu verbessern. Hierzu zählt auch eine finanzielle Unterstützung der Fernwasserversorgung durch Bund und EU. „Wir setzen für die Fernwasserversorgung auf neue Förderanreize. Bund und EU müssen für diese gewaltige Aufgabe langfristige Perspektiven zur Finanzierung schaffen“, so Glauber.
Der Lagebericht des Niedrigwasser-Informationsdienstes und ein Überblick über die Wassersituation in Bayern sind im Internet verfügbar unter www.nid.bayern.de
Beitragsbild: Innbrücke bei Neuötting; © inn-sider.de