Wird unser Weidinger Wasser bald in alle Welt verkauft?

Bereits im Jahr im Jahr 2018 warnte INN-SIDER.de davor, dass Weiding im Landkreis Mühldorf zum deutschen Vittel werden könnte. Damals war im Gespräch, dass LIDL in Weiding Tiefenwasser in Plastikflaschen füllen wolle.

Einer Mitteilung des Kreisverbandes Mühldorf Bündnis 90/Die Grünen will jetzt die Firma Innfood zusammen mit der saarländischen Firma Roxane aus dem Tiefenbrunnen (175 m) in Weiding Trinkwasser in PET-Flaschen abfüllen und es in überregionalen Strukturen vermarkten.

Zurück nach Vittel

Vittel ist nicht nur eine bekannte Mineralwassermarke, Vittel ist eine Gemeinde in Frankreich mit ca. 5.000 Einwohner, die immer mehr unter Wassermangel leidet. Mittlerweile gibt es Pläne eine 15 km lange Pipeline zu bauen, um die Bürger der Stadt Vittel mit Wasser zu versorgen. Und das, obwohl es in Vittel ein riesiges Vorkommen an Tiefenwasser gibt. Aus bis zum 250 Meter Tiefe beutet der Lebensmittelkonzert Nestle das Grundwasser aus. Der Grundwasserspiegel in Vittel sinkt um 30 cm pro Jahr. Während die Stadt austrocknet, werden jährlich eine Million Kubikmeter, das sind eine Milliarde Liter (1.000.000.000) Wasser in Flaschen gefüllt und vorwiegend nach Deutschland, Belgien und die Schweiz transportiert.

Quelle: YouTube, Umweltsünder Vittel: Ein Blick hinter Nestlés Wassergeschäft
 

Die grundsätzliche Frage: Warum muss Wasser in Plastik abgefüllt hunderte sogar tausende Kilometer transportiert werden, wenn man zuhause auch den Wasserhahn aufdrehen kann? In den allermeisten Gemeinden ist das Wasser aus der Leitung bestens, besser als so manches „Mineralwasser“.

Umweltsünde Nr. 1: Plastikflaschen

Nehmen wir die Durchschnittsgröße von 0,75 Liter, dann werden bei einer Million Kubikmeter jährlich 1,25 Milliarden Plastikflaschen abgefüllt, hinzu kommen noch die Umverpackungen, ebenfalls aus Plastik.

Umweltsünde Nr. 2: Transport

Diese 1,1 Milliarden Plastikflaschen werden mit LKWs tausende von Kilometern gefahren. Wo diese Plastikflaschen letztlich alle landen, darüber sollten wir uns dringend Gedanken machen.

Die WELT AM SONNTAG berichtet in ihrer Ausgabe vom 8. Mai 2022, dass in Ostdeutschland mit Ernteausfällen und Wasserknappheit zu rechnen ist und warnt vor gravierenden Folgen für Landwirte und Verbraucher. Weiter heißt es in dem Artikel „In der Dürrezone“: „Als sicher kann gelten, dass bei Weizen keine Engpässe drohen, zumal die Durchfeuchtung der Böden im Rest der Republik, mit Ausnahme Südostbayerns wenig Sorge bereitet.“

Südostbayern – unsere Region, unter Berufung auf den UFZ-Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung sieht die WELT AM SONNTAG hier große Sorge um das Grundwasser. Und ausgerechtet hier soll unser Tiefenwasser ausgebeutet und verramscht werden. Wasser das als unser Trinkwasser und für unser Lebensmittelproduktion lebensnotwenig ist.

Auf Anfrage von INN-SIDER.de, teilt das Landratsamt Mühldorf mit, dass zu der geplanten Grundwasserförderung auf dem Pollinger Gemeindegebiet noch kein Antrag vorliegt. Da das Landratsamt Mühldorf a. Inn im Fall einer Antragstellung als staatliche Genehmigungsbehörde in staatlicher Zuständigkeit tätig werden muss, hat der Kreistag keine Entscheidungskompetenz.
Es bleibt also nur rechtzeitig zu warnen und alles zu versuchen, um unser Wasser zu schützen. Damit unsere Landwirtschaft nicht über eine Pipeline mit Wasser versorgt werden muss und wir weiterhin hochwertiges Wasser aus unseren Brunnen beziehen können. Gerade die Entwicklungen der letzten Wochen haben gezeigt, wie gefährlich es ist, sich in Abhängigkeit zu begeben.

INN-SIDER.de fragt beim Pollinger Bürgermeister nach und beim mutmaßlichen Betreiber der InnFood GmbH was geplant ist. Die Antworten lesen Sie, hoffentlich bald, wieder hier.

Foto: inn.sider.de

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